Mercedes G, Land Rover Defender und Jeep Wrangler im Vergleich

Drei Legenden im Test - G-Klasse, Defender und Jeep Wrangler

Diese drei Autos haben Geländewagen-Geschichte geschrieben und zusammen stolze 155 Jahre Bauzeit auf dem Buckel. Jeder für sich ist eine Ikone der jeweiligen Marke und schart eine große Fangemeinde um sich. Wir haben die Weltenbummler mit Kultstatus, die 2007 renoviert wurden, verglichen.

Alle Fans der drei Geländeklassiker wachen mit Argusaugen darüber, dass am Defender , am G und am Wrangler nur ja nichts verwässert, verfälscht oder verweich­licht wird. Schon die fehlenden Lüftungsklappen beim 2007er Defender waren in den einschlägigen Internetforen Grund für seitenlange Debatten. Gemeinsam verkörpern die drei aber vor allem eine Bauweise, die heute immer mehr in Vergessenheit gerät. Ein Geländewagen, der nicht nur gelegentlich den Asphalt verlassen soll, braucht beim Unterbau entsprechendes Rüstzeug: Leiterrahmen, Untersetzung und Starrachsen. Basta! Unabdingbar für sehr weite Reisen in Gebiete, die auf den Navigations-Bildschirmen moderner SUVs als Terra incognita erscheinen.

Wer hätte gedacht, dass die drei Aufrechten im Herbst 2007 gemeinsam ihren x-ten Frühling erleben? Sie treten komplett renoviert zum Dreikampf an: Der Wrangler erstmals mit langem Radstand, vier Türen und Dieselmotor. Der Defender mit seinem nagelneuen Vierzylinder aus dem Ford Transit, gepaart mit großen Umbauarbeiten im Inneren. Und der G nun erstmals nicht nur mit dem potenten Dreiliter-V6, sondern auch mit dem kompletten Facelift für 2007 – geänderte Leuchten, erneuerte Mittelkon sole, modernere Instrumente und neues Lenkrad.
Nach wie vor spielt der G kostenmäßig in einer anderen Liga als die beiden Urgesteine aus England und den USA. Mit mehr als dem doppelten Kaufpreis gegenüber Defender und Wrangler lässt sich Mercedes den Stern im Kühlergrill fürstlich bezahlen.

Kurioses hat die Optionsliste des Jeep Wrangler zu bieten: Wer Ganzstahl-Türen möchte, muss sie in einem Ausstattungspaket mitkaufen, serienmäßig gibt es Halbtüren mit Einsteckfenstern. Auch ein festes Dach über dem Kopf kostet extra: Wer das Hardtop statt des Stoffdachs ordert, bekommt allerdings noch jede Menge zusätzlicher Ausstattung mit ins Paket gesteckt. Eine schon vom Vorgänger bekannte clevere Lösung: Hard- und Softtop lassen sich miteinander kombinieren, das zurück gefaltete Stoffdach muss nicht demontiert werden.

Der Defender 110 als Station Wagon wird in der Basisausstattung zum fast identischen Preis wie der lange Wrangler geliefert, allerdings kosten bei ihm Details wie das nicht serienmäßige ABS sowie die Leichtmetallräder kräftigen Aufpreis. Unter dem Strich ist der Jeep Wrangler damit das preisgünstigste Angebot.

Der teuerste Wagen hat auch den kräftigsten Motor – der Dreiliter-Diesel mit seinen brachialen 540 Newtonmeter Drehmoment hat mit dem schweren G wenig Mühe. Mit wildem Gebrüll stürmt der Klotz nach vorn – beeindruckend. Doch auch der konzeptionell schon betagte VM-Diesel im Wrangler ist kein Kind von Traurigkeit: Die Leistung steht nicht nur auf dem Papier, der rustikal nagelnde Vierzylinder macht richtig Druck. Beim Durchzug verbeißt er sich im Heck des G und lässt sich kaum abschütteln. Erst bei höherem Tempo eilt der Mercedes davon, der Jeep rennt bei Tacho 170 in den Drehzahlbegrenzer. Da tobt dann allerdings auch ein unvorstellbares Inferno im Softtop-Auto – das hält niemand lange aus.

Der 122-PS-Motor im Land Rover Defender hat in diesem Vergleich die härteste Aufgabe. In der Leistung unterscheidet er sich nicht vom Vorgänger Td5, in der Charakteristik allerdings erheblich. Der kräftige Punch fehlt ihm, dafür zieht er gleichmäßig, aber irgendwie mit ­gebremstem Schaum durch. Defender-Fans ist das in aller Regel egal, sie freuen sich am kultigen Fahrgefühl – der Weg ist das Ziel. Das neue Fahrwerk reagiert unbeladen noch etwas ruppiger als früher, speziell die Hinterachse ist sehr stramm gefedert weiterlesen...

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