Testbericht von BMW X3, VW Tiguan und Nissan X-Trail

Im Duell der kleinen SUVs zeigt der VW Tiguan was er kann

Er ist der neue Hoffnungsträger von VW: Der Tiguan ist zu einem Zeitpunkt gekommen, da im Geländewagen­-Segment allmählich eine Abkehr von den ganz großen Kisten hin zu den Multifunktions-Werkzeugen im Großstadt-tauglichen Format zu beobachten ist. Der VW Tiguan stellt sich in einem Vergleichstest der Konkurrenz.

Die kompakten SUVs boomen ohne Ende. Zum ersten Tiguan -Stelldichein mit Messelektronik und Prüf­protokoll baten wir entsprechend zwei Spitzenreiter dieser Kategorie: den X3 sowie die zweite Generation des X-Trail . Der Rundgang um den Tiguan beschert nicht unbedingt ein grenzenloses „Will ich haben!“-Bauchgefühl.

Die Mischung aus Golf Plus und Touareg steht zwar satt auf den Niederquerschnittsreifen, ein Gesicht in der Menge ist das aber im Gegensatz zu den beiden Mitbewerbern eher nicht – auf einem Großparkplatz wird man im Zweifelsfall lange nach ihm suchen. Beim Probesitzen wird es schon heimeliger. Da gibt es VW in Reinkultur – und das ist als Kompliment zu verstehen: prima Verarbeitung, tolle Oberflächen. Nur beim genauen Hinsehen fallen ein paar billig wirkende Hartplastikteile (Tür­fächer, Mittelkonsole) auf. Der BMW X3 hat seit seinem letzten Facelift mehr Premium-Charakter im Innenraum zu bieten. Der X-Trail wirkt dabei im positiven Sinn japanisch und gibt sich gar nicht erst die Mühe, übertriebenen Luxus vorzutäuschen.

Überzeugend ist dagegen die Aufgeräumtheit des VW -Cockpits. Der Test-Tiguan war mit fast allen (aufpreispflichtigen) Nettigkeiten ausgerüstet, die die Preisliste hergibt – und im Funktionsumfang X-Trail sowie X3 überlegen: Beispielsweise mit dem Einparkassistenten, der im Vorbeifahren die Parklücke scannt und bei Bedarf eigenständig „einlocht“. Nur Gas und Bremse muss man selbst bedienen, die Lenkarbeit übernimmt der Computer.

Gelungen ist auch das komplett neue Navi-System (mit Offroad-Modus), dessen Bedienung auf dem Berührungsbildschirm so simpel ist wie noch nie. Wer einen handelsüblichen PC einigermaßen unfallfrei bedienen kann, findet sich ohne jede Einweisung sofort mit dem RNS-510 genannten System zurecht, das nach dem Tiguan auch in anderen VW-Modellen Einzug halten wird. Und das alles mit einer ausgezeichneten Ergonomie. Dem gegenüber sind die mit Knöpfen überfrachteten Bedienkonzepte von BMW und speziell Nissan altes Eisen – ein einziger Blick auf die Cockpit-Bilder genügt als Nachweis.

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