Alles über Hyundai Santa Fe
Honda CR-V, Hyundai Santa Fe, Mitsubishi Outlander, Frontansicht 56 Bilder Zoom

Honda CR-V, Hyundai Santa Fe und Mitsubishi Outlander: Offroad-Asiaten für die Straße

Mit Honda CR-V, Hyundai Santa Fe und Mitsubishi Outlander rollen gleich drei neu entwickelte SUV aus Asien heran, um den deutschen Herstellern hierzulande Kunden abzutrotzen. Wer ist der Beste? Wir haben die starken Diesel-Varianten mit Allradantrieb verglichen.

Was tun, wenn bei den Nachbarn rund herum die allseits geschätzten SUV von Audi, BMW und Volkswagen parken, man sein Auto aber nicht nur am Kennzeichen erkennen will? Was tun, wenn das Haus zwar noch nicht abbezahlt ist, es aber dennoch ein Allradler mit einem vernünftigen Diesel sein soll?

Auf jeden Fall nicht verzweifeln, denn mit Honda CR-V, Hyundai Santa Fe und Mitsubishi Outlander sind in diesem Herbst reizvolle Modelle auf dem deutschen Markt vorgefahren, die so einige Wünsche erfüllen dürften. Alle drei spielen beispielsweise mit einer Länge von rund 4,6 Metern und kräftigen Dieseln (150 bis 197 PS) sowie reichlich Laderaum in der Liga mit, in der Audi Q5, BMW X3 und Mercedes GLK schon lange Stammspieler sind. Mit Preisen zwischen 34.000 und 43.000 Euro sind die drei Asien-SUV zudem selbst vollausgestattet viel günstiger. Ein Basis-Q5 2.0 TDI mit Allradantrieb ist erst ab 39.900 zu haben, ein ebenbürtiger X3 ist ebenso teuer. Und? Interesse geweckt? Dann weiter im Vergleichstest.

Der Honda CR-V ist sparsam und günstig

Fangen wir beim Günstigsten in diesem Vergleich an: dem seit Oktober erhältlichen CR-V 2.2 4WD Lifestyle. Vollgepackt mit Zweizonen-Klima, beheizbaren Alcantara-Sitzen, Subwoofer, Rückfahrkamera und Bi-Xenon-Scheinwerfern, verlangt Honda für den 150 PS starken Allradler gerade mal 34.380 Euro.

Anlass zu grummeligen Kommentaren gibt es kaum. Die Insassen nehmen Platz auf bequemen Sitzen, das Cockpit ist bis auf das Radio einfach und übersichtlich gestaltet, und Fuß- sowie Kofferraum veredeln weiche Teppiche. Nur auf den Einsatz geschäumter Kunststoffe oder echte Aluleisten verzichtet Honda und belässt es bei einem solide zusammengeschraubten Cockpit ohne viel Charme. Hyundai und Mitsubishi - so viel sei schon mal verraten - sind im Vergleichstest aber keinen Deut spendabler.

Straffes Fahrwerk und großer Laderaum

Typisch Honda: Der Fahrer blickt auf große illuminierte Instrumente, in deren Rand sich Lichtleisten verbergen, die je nach Fahrverhalten grün oder blau leuchten. Ebenfalls typisch: die clever konzipierte Rückbank. Ein Zug an einem großen Hebel im Kofferraum, schon klappen Bank sowie Lehne selbstständig nach vorne und geben einen ebenen, sorgfältig verarbeiteten Laderaum mit einem Volumen von bis zu 1.669 Litern frei. Minimal sind es üppige 589 Liter - der mit 4.570 Millimetern kürzeste SUV in diesem Vergleichstest hat damit den größten Kofferraum. Eine mäßige Zuladung von 489 kg macht den gewonnenen Punktevorsprung allerdings wieder zunichte.

Konsequenter präsentiert sich der CR-V hingegen in der Fahrwerksabstimmung. Sie ist betont straff ausgelegt und informiert gerne über Straßenschäden sowie kurze Wellen, stört im Gegenzug aber nicht mit Schaukelei oder einer allzu indirekten Lenkung. Daraus ergibt sich ein verlässliches und unspektakuläres Fahrverhalten, das gelegentliche Stöße schnell vergessen lässt.

Passend dazu lässt sich das kurz gestufte Sechsganggetriebe knackig schalten und harmoniert gut mit dem 2,2 Liter großen Diesel. Vibrationsfrei und angenehm leise sorgt der 350 Newtonmeter starke Selbstzünder für die zweitbesten Fahrleistungen (Sprint von null auf 100 km/h in 9,5 Sekunden), schwächelt auch nicht bei höheren Geschwindigkeiten und zeigt sich mit einem Testverbrauch von 7,8 Liter/100 km zudem genügsamer als seine beiden Konkurrenten im Vergleichstest. Minimal sind es - dank der serienmäßigen Start-Stopp-Automatik und einem auf Knopfdruck aktivierbaren Eco-Modus - sogar lediglich 5,5 Liter Diesel.

Hyundai Santa Fe ist groß und durstig

Da kann der zwölf Zentimeter längere Hyundai nicht mithalten. Sein kultivierter, 197 PS starker Diesel verbraucht im Testmittel über einen Liter mehr (9,2 L/100 km). Warum? Er bringt fast 200 kg mehr auf die Waage. Trotz des deutlichen Plus an Leistung und Drehmoment (421 Nm) zieht das Dickschiff daher in den höheren Gängen kaum besser durch als CR-V und Outlander.
Dafür punktet der Santa Fe im Innenraum. Vorne wie hinten bietet der 1,9 Meter hohe Fünfsitzer ein deutlich luftigeres Raumgefühl im Vergleich. Die Passagiere sitzen auf weichen, groß geschnittenen Ledersesseln (Serie) und einer verschiebbaren Rückbank mit variablen Lehnen. Dazu gibt es zahlreiche, riesige Ablagen sowie eine hohe Verarbeitungsqualität. Das ebenfalls serienmäßige und einfach zu bedienende Touchscreen-Navi sitzt sauber eingepasst in der Mittelkonsole. Ebenfalls lobenswert: die blau leuchtende, glasklare TFT-Anzeige des Bordcomputers sowie USB- und Aux-in-Buchsen, die ideal neben einer Zwölf-Volt-Steckdose vor dem Schalthebel platziert sind.

Hyundai ist teurer Rumpler mit hoher Ladekante

Ähnlich wie beim Honda lässt sich die dreigeteilte Rückbank des Santa Fe schnell zu einer ebenen Ladefläche umklappen. Der Gepäckraum reicht von mäßigen 534 bis 1.680 Litern. Praktisch: Die Laderaumabdeckung kann man ebenso wie kleinere Utensilien in Fächern unter dem Boden verstauen (insgesamt 51 Liter). Einzig die hohe Ladekante von 78 Zentimetern schmälert die Alltagstauglichkeit (Honda: 65,5 Zentimeter).

Weniger überzeugend ist das Fahrverhalten des SUV. Auf langen Wellen spielt er zunächst gekonnt die Rolle eines gutmütigen, leicht wankenden Gleiters, mit dem sich selbst längste Strecken gelassen absolvieren lassen. Doch geht es runter von der Autobahn auf kleinere Landstraßen, rumpeln die 19-Zöller des Santa Fe mächtig in ihren Radkästen und stören die Insassen mit heftigen Stößen.

Wer nun wenigstens auf ein agileres Fahrverhalten hofft, wird enttäuscht. Die stößige Abstimmung verringert weder die deutliche Seitenneigung in Kurven noch verbessert sie sein träges Einlenkverhalten. Sollte es den Allradler jedoch ins Gelände verschlagen, ist der Santa Fe mit einer Bergan- und Bergabfahrhilfe sowie einer blockierbaren Kraftverteilung (50:50) etwas besser aufgestellt als die Konkurrenten im Vergleichstest (CR-V ohne Sperre, Outlander ohne Bergabfahrhilfe).

Kommen wir abschließend zum größten Nachteil des Santa Fe: sein Preis. Happige 42.380 Euro verlangt Hyundai für den 2.2 CRDi in der Premium-Ausführung. Xenonbrenner, Ledersessel, Spurhalteassistent und vieles mehr sind zwar an Bord - da seine beiden Konkurrenten aber im Vergleich ähnlich gut ausgestattet sind, verliert der SUV trotz fünf Jahren Garantie massiv Punkte in der Kostenwertung.

Mitsubishi Outlander ist flott, aber laut

Für den Outlander, der zusätzlich noch mit elektrisch betätigtem Schiebedach und ebensolcher Heckklappe sowie einer dritten Sitzbank aufwartet, sind beispielsweise rund 2.500 Euro weniger zu berappen. Der 150 PS starke Mitsubishi, der sich mit einer Länge von 4,66 Metern zwischen Santa Fe und CR-V einreiht, ist fast genauso schwer wie der Honda. Entsprechend gut fallen die Fahrleistungen aus. Der Spurt von null auf 100 km/h ist nach 9,6 Sekunden erledigt - auch im Durchzug unterscheiden sich die Zeiten nur marginal.

Um diese Werte und ein zügiges Reisetempo zu erreichen, verlangt der Outlander allerdings deutlich mehr Leidensfähigkeit. Der 2,2 Liter große Diesel verbrennt seinen Treibstoff laut und deutlich, die Art des Asphaltbelags lässt sich dank gut hörbaren Abrollgeräuschen leicht bestimmen, und das knochige Schaltgetriebe erfordert erhöhte Aufmerksamkeit. Allzu oft misslang in unserem Testwagen der Wechsel vom fünften in den vierten Gang. Immerhin versöhnt der raue Diesel mit einem akzeptablen Testverbrauch von 7,9 L/100 km. Und dank dem komfortablen Fahrwerk erreichen nur ein paar Querfugen spürbar die sieben möglichen Insassen.

Outlander mit störrischem Navi und langem Bremsweg

Die Mitfahrt auf den einzeln ausklappbaren Notsitzen im nur 494 Liter fassenden Kofferraum empfiehlt sich allerdings ausschließlich für kleine Passagiere, da es massiv an Kopf- und Beinfreiheit fehlt. Zumal auch der Zustieg eher mühsam ist. Für größere Mitfahrer bleiben nur die seitenhaltschwachen Ledersitze vorn sowie die längs- und neigungsverstellbare Rückbank. An nützlichen Ablagen und Getränkehaltern mangelt es jedoch nicht. Eher schon an einem schnelleren und sensibleren Touchscreen-Navi, denn das störrische Gerät fängt meist erst beim zweiten Tastendruck an zu rechnen. Sind aber erst einmal alle Untermenüs erkundet, zeichnet das System - wer hätte das gedacht? - sogar den Luftdruck der Atmosphäre oder Rundenzeiten auf.
Schwächen zeigt auch die Bremsanlage des Outlander, die zwar standfest, aber zu schwach verzögert. Bremswege aus 100 km/h von über 38 Metern sind die Folge, ein deutlicher Punktabzug im Sicherheitskapitel die Konsequenz. So bleibt dem eher rustikalen Outlander nur der dritte Rang, während der teure und durstige Santa Fe vorbeirauscht. Platz eins im Vergleichstest gebührt dem günstigen, sparsamen und erfreulich ausgewogenen CR-V.

Von am 15. Dezember 2012
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