Audi Q5 2.0 TFSI und BMW X3 28i im Test

Drehmoment-Bullen auf Augenhöhe

Audi Q5 2.0 TFSI Quattro, BMW X3 x-Drive 28i, Frontansicht, Marcus Peters

Audi Q5 2.0 TFSI und BMW X3 28i bieten einen ähnlich breiten Drehmoment-Gipfel wie starke Diesel. Wir testen die Zweiliter-Turbo-Benziner, die 350 Nm stemmen.

Der riesige Kühler-Schlund des Audi Q5 ist nach dem Facelift in den oberen Ecken angeschrägt, und die Nebelscheinwerfer sind in Chrom eingefasst. Und wenn Sie Ihre Augen kurz übers Heck schweifen lassen, fallen Ihnen die abgeflachten Endrohre auf. Wirklich spannend wird‘s erst unter der Motorhaube – beim neuen Zweiliter-Benziner mit Turbo-Aufladung sowie kombinierter Saugrohr- und Direkt-Einspritzung. Der Audi Q5 2.0 TFSI lässt seine maximal 350 Nm schon ab 1.500/min über die Kurbelwelle herfallen und liegt damit auf Augenhöhe mit dem BMW X3 28i. Der belässt es ausschließlich bei Direkteinspritzung, stemmt aber das gleiche Drehmoment schon 250 Umdrehungen früher.

Audi Q5 wedelt auf ebener Strecke schneller um Pylonen

Der Vergleichstest ist eine Art Revanche für den Audi Q5; im letzten Jahr waren die bärenstarken Dreiliter-Diesel aufeinandergetroffen – und der BMW X3 gewann dank seines enorm starken und gleichzeitig sparsamen Motors. Zudem beeindruckten das agilere Handling und gleichzeitig der bessere Langstrecken-Komfort. Beim Audi Q5 wurde die stößige Lenkung bemängelt, was die Techniker jetzt mit dem Wechsel auf eine elektromechanische Servo-Unterstützung verbessert haben – die neue vermittelt allerdings noch weniger Kontakt zur Straße. Der Q5 fühlt sich schwerfälliger als der X3 an und lenkt sperriger ein. Zwar zeigt die Fahrdynamik-Prüfung, dass der Audi auf topfebener Strecke schneller um Pylonen wedeln kann als der BMW, doch sobald beide auf welliger Landstraße unterwegs sind, dreht sich das Bild.

Mehr Komfort im BMW X3

Anders als der BMW X3 x-Drive 28i tritt der Audi Q5 2.0 TFSI Quattro nicht mit adaptiven Stoßdämpfern an und hinkt auch beim Federungskomfort hinterher. Im BMW reist es sich deutlich entspannter, weil er zwar mit seinem Fahrer via Lenkung lebhaft kommuniziert, die Passagiere aber vor allzu detaillierten Informationen über den Zustand der Straße verschont. Einzige Kehrseite des optionalen Fahrwerks: Es ist teuer und erhöht den Preis des ohnehin nicht gerade günstigen X3 weiter. So verliert der BMW das Kostenkapitel.

In der Eigenschaftswertung dagegen steht es gut für den X3. Zwar muss er mit seinem knapperen Innenraum und nur 490 Kilogramm Zuladung die Karosserie-Wertung ebenfalls abgeben, die Unterkapitel Sicherheit, Komfort und Fahreigenschaften aber entscheidet er für sich. Nur noch mit einem eklatant besseren Motor könnte der Audi Q5 2.0 TFSI Quattro die Sieger-Lorbeeren für sich beanspruchen.

Tatsächlich scheint sich der hohe technische Aufwand mit der kombinierten Einspritzung bezahlt zu machen; der Audi Q5 2.0 TFSI Quattro ist sowohl auf der auto motor und sport-Verbrauchsrunde als auch über den gesamten Test gerechnet etwa einen halben Liter auf 100 Kilometer sparsamer als der BMW X3 x-Drive 28i.

Revanche des Audi Q5 2.0 TFSI Quattro schlägt fehl

Allerdings fällt im Audi-Antrieb ein Ruckeln im Stop-and-go-Verkehr auf. Zudem läuft sein Vierzylinder etwas rauer als der des BMW. Dessen Zweiliter dreht leichtfüßiger, und sein Automatikgetriebe sortiert die Gänge souveräner – ohne gleich bei jeder Bewegung des Gasfußes herunterzuschalten. Dass der Audi Q5 2.0 TFSI Quattro in etwa zweieinhalb Sekunden schneller aus dem Stand auf Tempo 200 beschleunigen kann, ist dagegen nicht mehr als eine Marginalie.

In der Realität wirkt sie sich nicht negativ aus, ebenso übrigens wie in diesem Vergleichstest, den der BMW X3 x-Drive 28i gewinnt. Die Revanche des Audi Q5 2.0 TFSI Quattro schlägt fehl, seine Überarbeitung geht nicht tief genug. Wie bei der Optik – der Unterschied ist kaum zu merken.

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