Weltreise im Toyota Land Cruiser: 25 Jahre auf Achse

Eigentlich wollten Emil und Liliana nicht Lange wegbleiben – jetzt steht ihr Trip als längste Reise der Welt im Guinness-Buch ...

Sechs Wochen sind wir nun schon auf den Fidschi-Inseln. Dass wir trotzdem noch nicht viel gesehen haben, liegt an unserem geschätzten Landcruiser: Alterserscheinungen! Erst vor drei Jahren, Mitte 2006, ließen wir ihn im ostmalaysischen Borneo umfangreich verjüngen. Doch man kann aus Alt nicht Neu machen. Jetzt musste mal wieder ein Kühler aus Japan besorgt werden. Der alte fing schon in Neuseeland an zu lecken. Rostete dann in Neukaledonien und Vanuatu sehr rasch weiter – vermutlich half die salzhaltige Inselluft nach.

So fallen immer mehr Reparaturen an. Doch unser 82er Toyota hat es nicht verdient, sein abenteuerliches Leben auf irgendeinem Schrottplatz zu beenden, wo er doch seit fast 25 Jahren unser treuer Reisebegleiter ist. 650.000 Kilometer weit, durch mehr als 160 verschiedene Länder dieser Welt – im Stich gelassen hat er uns kein einziges Mal. Rückblick: 18. Oktober 1984. Als wir an diesem trüben Herbsttag aus der Schweiz in Richtung Kanada aufbrechen, geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Wir sind Anfang vierzig, haben unsere Jobs als Computerfachmann und Geschäftsleitungssekretärin an den Nagel gehängt. Wenigstens ein Jahr lang wollen wir die große Freiheit genießen, die Welt auf eigene Faust erkunden. Anfangen wollen wir in Montreal, wo unser bepackter Landcruiser FJ60 gerade im Container ankommt. Schon bald zeigt sich, dass ein Jahr für Nord- und Mittelamerika – von Alaska bis Honduras – nicht reichen wird. Wir besuchen mehr als 75 Nationalparks und Monumente der USA, erleben erste Offroad­Abenteuer in den felsigen Canyonlands, fahren die abenteuerlichen Pisten der Rally Baja 1000 in Baja California entlang, schlagen uns durch den dampfenden Dschungel hin zu historischen Maya-Stätten in Zentralamerika.

Verfolgungsjagd in Guatemala

Nicht einmal eine haarsträubende Verfolgungsjagd in Chimal-tenango (Guatemala) oder die furchterregende Begegnung mit der Guerilla auf dem Weg zu den Tikal-Ruinen dämpfen unseren Drang nach weiteren Abenteuern. Nach zwei Jahren und 98.000 Kilometern durch sieben Länder in Nord- und Zentralamerika sind wir endgültig vom Reisen besessen. „Südamerika liegt näher als Europa“, sagen wir uns – die Rückkehr in die Schweiz wird verschoben. In Houston (Texas) packen wir unseren Landcruiser auf einen chilenischen Frachter mit Ziel Valparaiso (Chile). Oktober 1986: Südamerika ist geprägt von der ansteckenden Lebensfreude der Latinos, aber auch von grandiosen Landschaften – Wüsten, Dschungel, Gletscher, Sümpfe, dem Amazonasbecken und 5000 Meter hohen Pässen über die Anden. Auf der 78.000 Kilometer langen Tour kreuz und quer durch diesen wundervollen Kontinent ist es keinen Moment langweilig. Unsere Sehnsucht nach neuen Abenteuern ist in diesen zwei Jahren nur größer geworden. Wir beschließen, als nächstes eine noch größere Herausforderung in Angriff zu nehmen: Afrika.

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Emil und Liliana Schmid

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