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Lesertour: Kanada: Das Land des Indian Summer

Im Herbst hüllt sich Kanada in eine imposante Farbenpracht. Dann verliert selbst die karge Tundra hoch im Norden ihr tristes Gesicht. Hier leben Wölfe und Indianer am Ende der Welt - nördlich das arktische Meer.

Die Kilometerangaben am Straßenrand lassen den Puls rasant ansteigen: Eagle Plains 363 km, Inuvik 735 km. Natürlich freuen wir uns auf die lange Strecke, und sicher wird es auch ein Abenteuer.  Aber bis nach Eagle Plains muss der Kraftstoff noch reichen. Dort ist die nächste Tankmöglichkeit – besser gesagt: die einzige entlang des Dempster Highways. 363 Kilometer – das ist selbst für mitteleuropäische Verhältnisse keine riesige Distanz. Doch die Entfernung relativiert sich, wenn man an das Auto denkt: Der  6,0-Liter-V8-Turbodiesel unseres riesigen Ford F-350 Super Duty 4x4 genehmigt sich im Durchschnitt 25 bis 28 Liter fossilen Brennstoff. Da darf schon ein bisschen gezittert werden.

Aber schon auf den ersten 100 Kilometern entlang der beeindruckenden Tombstone Mountains sind die Bedenken über Verbrauch, Distanzen und Motorkenndaten schnell vergessen. Wir blicken in die endlose Weite der Tundra, die sich in herbstliche Rot- und Orangetöne gehüllt hat. Darüber breitet sich ungetrübtes Himmelblau, glasklar und erfrischend. In diesen verlassenen Breiten sind Begegnungen mit menschlichen oder tierischen Zeitgenossen eher selten. Nur einmal kreuzt eine kleine Karibuherde unseren Weg. Spuren von Zivilisation sind erst wieder am Truck Stop von Eagle Plains zu erkennen.

Nach dem Betanken unseres Riesencampers kehren wir hier noch zum Mittagessen ein. Unseren Hunger stillt ein gigantischer Bear Paw-Burger, der tatsächlich die Größe einer Bärenpranke hat. Die Servicestation in Eagle Plains ist auch Treffpunkt der Arktis-Trucker auf dem Weg von und nach Inuvik. Eine gute Möglichkeit, nützliche Informationen über Wetter, Wildbeobachtungen und Straßenverhältnisse im hohen Norden zu erhalten. Der Dempster Highway wurde nach W. J. D. Dempster, einem Korporal der Royal Canadian Mounted Police, benannt und am 18. August 1979 eröffnet. Er beginnt an der Dempster Corner, 40 km vor Dawson City, windet sich als schmale, gut präparierte Schotterstraße durch arktische Hochebenen und endet 735 Kilometer weiter in Inuvik am Mackenzie Delta, nahe der Beaufort Sea.

Für uns soll es zunächst nach Fort McPherson am Peel River und Tsiigehtchic am Mackenzie gehen. Beide Siedlungen sind Versorgungsstützpunkte und werden hauptsächlich von Indianern – Angehörige der Gwich’in- und Tr’ondëk-Hwëch’in-Stämme – bewohnt. Wir erreichen Fort McPherson bei Einbruch der Dunkelheit. Da sich kein geeigneter Platz zum Campen findet, setzen wir die Fahrt fort. Eine gute Entscheidung; denn kurz nach Sonnenuntergang tauchen über uns grün flackernde Polarlichter auf. Die gespenstische Szenerie erzeugt Gänsehaut und Glücksgefühle zugleich. Mehr als eine Stunde fahren wir diesem atemberaubenden Naturschauspiel entgegen, um wenig später unser Lager am Ufer des Mackenzie River aufzuschlagen. Wölfe sind in der Nähe. Ihr lautes Nachtgeheul singt uns in tiefen Schlaf.
Tsiigehtchic hat nicht einmal 200 Einwohner. Vereinzelte Häuser, eine kleine Schule und zwei Kirchen prägen das Bild der Gemeinde. Ein idyllisches Örtchen mitten in den friedlichen Northwest Territories. Ein kurzer Stopp, dann fahren wir weiter Richtung Norden.

Von am 6. September 2008
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