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Mercedes G 320 CDI im Supertest

Wie fit ist der dienstälteste ­Geländewagen?

Seine Fans halten den Mercedes G für den besten Geländewagen. Wir sind diesem Mythos im Supertest nachgegangen und haben die Mercedes G-Klasse auf Herz und Nieren geprüft.


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Nichtmal der Stern wird nass - zu den Einzelwertungen des Tests gelangen Sie über den Reiter "Wertungen"

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30 ist er, der G. - und damit der dienstälteste ­Geländewagen auf dem Markt, zumindest was die seit Produk­tionsbeginn unveränderte Karosserieform ­angeht. Dabei war es ein Start mit Hindernissen, den seinerzeit die GFG (Gelände­fahrzeug-Gesellschaft) verdauen musste: Den erhofften Großauftrag der Bundeswehr ergatterte damals VW mit dem Iltis, und auch eine gewaltige Bestellung aus dem Iran ging in den Wirren der Mullah-Revolution unter. Ab 1979 konnten immerhin Zivi­listen den G ordern.

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Bis heute wird die G-Klasse mit aktuellen Pkw-Motoren bestückt

Projektiert war der G ursprünglich als ­Nachfolger des legen­dären Puch ­Haflinger: Die GFG war ein Joint Venture von ­Daimler-Benz und dem Grazer Puch-Konzern. Das Lastenheft enthielt neben dem bis heute gleichen technischen Aufbau (Leiterrahmen, zwei Starrachsen an Schraubenfedern) auch die Vorgabe, ­möglichst viele Teile aus dem Mercedes-Baukasten zu übernehmen, um die Entwicklungskosten gering zu halten. So kamen Teile des Antriebsstrangs vom Transporter T1, die PKW-Motoren ­wurden dem W123 ­entnommen. Die Methode, jeweils die aktuellen Pkw-Motoren für den G zu adaptieren, hat bis heute ­Bestand. Allerdings entwickelte sich aus der ursprünglichen ­Baureihe 460 ein Brüderpaar: Der 461 ist für Militär und Kommunen auch weiterhin recht spartanisch ausgeführt, die Baureihe 463 hingegen wurde und wird mit allem erdenklichen Luxus ausstaffiert.

Der neue Drei­liter-Selbstzünder treibt auch ML und GL voran

Die neueste Variante in der fast 30-jährigen Ära ist der G 320 CDI: ausgestattet mit dem ­modernsten Dieselmotor, den die Schwaben derzeit zu bieten ­haben. Er treibt auch ML und GL forsch nach vorn. Der Drei­liter-Selbstzünder ersetzt gleich zwei Motoren: den 270 CDI und den 400 CDI. Und das mit Bravour: 224 PS und 540 Newtonmeter sind nur unwe­sentlich weniger, als der alte V8-Diesel zu bieten hatte. An­geflanscht ist der neue Direkt­einspritzer an die topaktuelle 7G-Tronic-Automatik. Die ­hatte zwar in den ersten ausge­lieferten Modellen noch ein ­wenig Schluckauf, doch inzwischen sind die Abstimmungsschwierigkeiten voll­ständig behoben. Das Getriebe arbeitet mustergültig und lässt sich auch per Handschaltmodus im Gelände einfach bedienen.

Karosserie und Unterboden scheinen für die Ewigkeit gemacht

Ein dickes Lob gibt es für die Karosseriekonstruktion: Massiv, stabil, dauerhaft - Rahmen und Achsen scheinen für die Ewigkeit gemacht. Den G, so legt auch die Inspektion des Unter­bodens nahe, kann man getrost am Fallschirm aus einem Flugzeug werfen, da verbiegt sich so schnell nichts. Zudem ist der ­Unterboden geradezu penibel aufgeräumt: lehrbuchmäßiger Aggregateschutz, empfindliche Teile bestmöglich verstaut. Nur die Trittbretter … Wer also wirklich ins Gelände möchte, sollte die Steigeisen besser abschrauben.

Seit dem Produktionsbeginn ­gelten die Achssperren als ­größter Geländetrumpf des G. Inzwischen sind sie Serien­standard, die alte Zugknopf-­Betätigung ist längst modernen Tastschaltern gewichen. Seit ­Einführung der 463er-Baureihe mit permanentem Allrad gibt es gleich drei Sperren, die der ­Pilot befehligen darf. Und die sind in einem logischen Muster verschaltet: erst Verteilerge­triebe, dann Hinterachse und zuletzt die Vorderachse. Eine Fehlbedienung wird so vermieden. Praktisch obendrein: Waren alle Sperren aktiviert, genügt ein Druck auf den Schalter der Verteilergetriebe-Differentialsperre, und alle drei werden wieder entriegelt.


Im Gelände müssen die Achssperren verblüffend oft aktiviert werden

Das so ausführlich zu beschreiben hat seinen guten Grund. Denn der G braucht seine ­Sperren ­öfter, als man vermuten möchte. Zwar ist mittlerweile selbst bei ihm eine elektronische ­Trak­tionskontrolle mit Bremsen­eingriff integriert. Und die ­funktioniert zum Beispiel auf der Verwindungsbahn durchaus befriedigend. Doch dafür muss an anderer Stelle verblüffend oft zu den Sperrenknöpfen ­gegriffen werden. Sogar bei den Steigungsbahnen - und das ist kurios - ist ohne Knopfdruck Schluss mit lustig.

Zur grundsoliden Konstruktion kommt die Fahrwerkabstimmung: Vor allem die kräftig zupackenden Stoßdämpfer und die dicken Stabis sorgen dafür, dass die Seitenneigung bei Straßenfahrt im Rahmen bleibt. Dennoch verschränkt der G außerordentlich gut. Zu bemerken ist diese Sicherheitsabstimmung, mit der besonders bei flotter Straßenfahrt übermäßige Seitenneigung unterbunden werden soll, allerdings bei kurzen, gröberen Unebenheiten, wo der G gelegentlich aus dem Tritt gerät.

Schwergängige Türen sind Markenzeichen des Geländewagen

Fest anpacken darf man auch selbst: Die sehr kraftaufwändige Lenkung lässt den Mercedes unhandlicher ­wirken, als er tatsächlich ist. Und die extrem schwergängigen ­Türen, schon immer ein Markenzeichen des Mercedes unter den Geländewagen, sind nervig im Offroad-Einsatz, wo öfters aus- und wieder eingestiegen wird. Dafür bleibt die Karosserie allerdings völlig unbeeindruckt von Verwindungen, selbst mit zwei Rädern in der Luft lassen sich ­alle Pforten problemfrei öffnen und schließen.

Durchaus erwähnenswert ist das reibungslose Zusammenspiel der komplett auf elektronischem ­Wege befehligten Antriebs­technik. Der Wechsel zwischen Straßen- und Geländestufe des Verteilergetriebes geht blitzschnell und unhörbar vor sich, die Sperren rasten zuverlässig ein und wieder aus. Keine Selbstverständlichkeit, wie die elektrisch geschalteten Allrad­antriebe anderer Hersteller zeigen. Ebenfalls gut: Bei Aktivierung einer Differentialsperre wird das ABS abgeschaltet - der Blockier­verhinderer ist im ­Gelände störend, bei Bergabfahrten gefährlich.

Souveräner als mit der G-Klasse lässt es sich kaum durchs Gelände kreuzen

Was den G 320 CDI buchstäblich nach vorn bringt, ist sein bäriges Triebwerk. Der drehmomentgewaltige Sechszylinder schiebt nicht nur grandios an, er klingt auch noch super - Ansauggeräusch und Auspuffblasen ergeben ein furioses Konzert. Dafür werden zwar keine Punkte verteilt, Laune macht es trotzdem. Nicht immer jedoch wünscht man sich die Schubkraft des V-Motors: In extrem unebenen Sektionen und mit Untersetzung ist die Reaktion am Gaspedal zu nervös, und es gibt kleine Bocksprünge. Dass der V6-Motor im schweren G-Modell zudem ziemlich ungehobelte Trinksitten ­entwickelt, ist gerade bei Fernreisen durchaus ein Thema. ­Dennoch: Souveräner als mit diesem Würfel lässt es sich kaum durchs Gelände kreuzen.

Basisdaten
Marke Mercedes
Modell G 320 CDI
Baujahr 2006
Grundpreis 70.091 Euro
Motor V-Motor 6 Zylinder Abgasturbolader (1.45 bar)
Ventile 4 pro Zylinder, dohc
Bohrung mal Hub 83,0 x 92,0 mm
Hubraum 2987 cm³
Verdichtung 17,7:1
Leistung 224 PS (165 kW) bei 3800 U/min
Drehmoment 540 Nm bei 1600 U/min
Literleistung 75 PS (55kW)/Liter Hubraum
Kraftübertragung Allradantrieb
Getriebe 7-Gang automatisch
Achsübersetzung 4,38
 
Fahrwerk
Radaufhängung (vorn/hinten) Starrachse / Starrachse
Federung
(vorn/hinten)
mit Schraubenfedern, Stoßdämpfern / mit Schraubenfedern, Stoßdämpfern
Stabilisatoren (vorn/hinten) ja / ja
Bremsdurchmesser (vorn/hinten) 315/272 mm
Reifen (vorn) 265/70 R 16 H
Felgengröße (vorn) 7 1/2 J x 16
Reifen (hinten) 265/70 R 16 H
Felgengröße (hinten) 7 1/2 J x 16
Autor: Torsten Seibt
Die Nr.1 der Mercedes-Geländewagen?


Höhe704 Höhe704 » 14.02.2010, 12:43 Uhr  #1

Der G mag ja in derPkw-Klasse der beste Geländewagen sein.Aber wer wie ich beruflich in den entlegensten Winkelnl der Welt,wie z.B. Kamschatka oder im Irak unterwegs ist,kann und wird niemals auf den Unimog verzichten wollen.Der Unimog verkörpert deutsche Ingenieurskunst ,die leider heute
längst verlernt oder in Vergessenheit geraten ist.Zuverlässige,alltagstaugliche Mechanik und Robustheit
sind auch heute noch gefragt. Ein"Volksunimog"wäre heute der Renner in den Schwellen-und Entwicklungsländern.Es würde mich nicht wundern wenn ein asiatisher Hersteller diese Marktlücke für sich entdecken würde.

Mercedes G-Klasse

Der Offroad-Klassiker von Mercedes-Benz

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