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Orangework Expeditionsmobile: Reisen auf die extreme Art

Mit Sechsrad-Antrieb ans Ende der Welt? Für  den MAN KAT eine Fingerübung. Und er hat noch zwei Kumpels mitgebracht: Drei Expeditionsmobile von Orangework im Detail.

Die Kölner Firma Orangework hat sich auf den Aus- und Umbau von Gelände-Lkw zu autarken Wohnburgen für die große Reise spezialisiert. Drei der dicken Brummer haben wir uns im Detail angesehen, am spektakulärsten davon sicher der MAN KAT.

Der KAT mit seinen militärischen Wurzeln besitzt in der Offroad-Szene einen Ruf wie Donnerhall. Mit Recht: bis zu vier angetriebene Achsen gibt es und die sind – für Lkw völlig untypisch – an Schraubenfedern aufgehängt. Das macht den KAT nicht nur bemerkenswert flexibel, sondern auch durchaus komfortabel bei der Geländefahrt. Und so gut wie unaufhaltbar – es gibt wohl kein Radfahrzeug, das ähnliche  Durchsetzungsfähigkeit im schwersten Gelände aufweist. Die niedrige Silhouette wird durch den hinter der Fahrerkabine liegenden Motor erreicht – im Fall des Orangework-KAT ein Achtzylinder-Deutz mit 12,7 Liter Hubraum und 360 PS.

Diese serienmäßig niedrige Kabinenbauweise nutzte der Umbauer, um ein zusätzliches Schlafgemach über dem Fahrerhaus unterzubringen. Das schafft gleichzeitig einen relativ fließenden Übergang zum riesigen Heckkoffer.

Krass, krasser, MAN KAT

Orangework hat den 6x6-Dreiachser mit einem Komplettumbau zum rollenden Hotel umfunktioniert. Vier Schlafplätze, Küche, Bad und Wohnzimmer werden hier in gediegener Ausführung realisiert. Porzellan-WC, Fußbodenheizung im Bad, ein Bodenbelag aus Nussbaumholz – in manch deutscher Eigentumswohnung geht es spartanischer zu.
 
Die moderne Alternative zum KAT ist, ebenfalls von MAN, der von Orangework umgebaute TGM in der 13-Tonner-Ausführung. Die mittelschwere Baureihe von MAN ist dank Allrad und moderner Großserientechnik nicht nur im Kommunal- und Baubereich beliebt, auch die Wohnmobilbauer entdecken den mit diversen Fahrerhäusern und Motoren bis 340 PS lieferbaren Allrounder immer öfter für sich.

Moderner Luxus im MAN TGM

Der in GFK-Sandwichbauweise aufgebaute Koffer ist mit einem Durchstieg in das Anderthalb-Kabiner-Fahrerhaus ausgestattet. Den Kontakt zum Fahrgestell übernimmt eine zusätzliche Vierpunkt-Lagerung, die bei Geländefahrt die Verwindung des Rahmens ausgleicht. Auf Komfort müssen die Reisenden in dieser 290 PS starken Land-Yacht mit 8,3 Meter Gesamtlänge nicht verzichten. Spül- und Waschmaschine bringen auch in Timbuktu den gewünschten  Luxus. Auch der TGM ist autark: 600 Liter Frischwasser kann er mitführen, Abwasser- und Fäkalientank fassen je 150 Liter. Die Stromversorgung wird über eine 840 W-Solaranlage sichergestellt und wenn einmal keine Sonne scheint, übernimmt ein 6kW-Generator diesen Job. Warmes Wasser bereitet eine Dieselheizung, im Bad ist außerdem eine Fußboden- und eine Handtuchheizung verbaut.
 
Das wohnliche Ambiente sichert der gemütliche Kautschuk-Fußboden und ein elektrisch höhenverstellbarer Esstisch aus massiver Eiche. Fast wie daheim: für die Kinder gibt es separate Etagenbetten, während die Eltern im Heck ein Doppelbett nebst Kleiderschrank vorfinden.

Es geht auch kleiner: im Unimog

Ganz soviel Raum ist im U 1300L-Unimog naturgemäß nicht vorhanden, schließlich ist er über zwei Meter kürzer als der TGM. Dennoch muss auch seine Besatzung nicht darben. Viel kostspieliger Luxus aus den beiden großen Mobilen fehlt hier zwar, doch der Kofferausbau ist alles andere als ungemütlich. Auch hier sorgt eine Solaranlage (260 Watt) für kostenloses Strom-Nachtanken während der Standzeit. Um Heizung und Warmwasser kümmert sich eine kombinierte Dieselstandheizung. Schönes Wohnklima schafft der Korkfußboden, neben Schichtstoff-Platten wurde Ahorn-Holz verwendet.
 
Die völlig unterschiedlichen Ausbaukonzepte der drei Orangework-Lkw zeigen, wie individuell die Szene insgesamt ist. Bei jedem Ausbauer von Expeditionsmobilen bestimmt der Kunde – wie beim Hausbau – was er sich leisten möchte. Nach oben gibt es in diesem Segment keine Grenzen, man kann auch problemlos eine halbe Million Euro für eine solche hoch geländegängige Ferienwohnung ausgeben. Das ist dann wiederum doch nicht jedermanns Sache – doch träumen kostet bekanntlich nichts. In unserer Fotogalerie zeigen wir Ihnen die drei Individualisten im Detail.
 

Jeep Grand Cherokee SRT8 2012 erster Test

Foto

Orangework
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