BMW X2, Retusche 54 Bilder Zoom

Neue Kompakt-SUV bis 2016: Kompaktklasse voll auf Offroad-Kurs

Die Generation Golf sucht nach Abwechslung: Vor allem Kompaktmodelle in Offroad-Optik schnellen im Verkauf nach oben. Neu ins Rennen gehen bis 2016 der BMW X2, der Mercedes GLA, der VW Tiguan-Nachfolger und sogar ein SUV von Alfa Romeo.

In der Autoindustrie wird gerne über Authentizität geredet, über "ehrliche Produkte" und Versprechungen gegenüber dem Kunden, die auch eingehalten werden müssen. Was aussieht wie Leder, muss also auch Leder sein, und was sich anfühlt wie Aluminium, muss auch Aluminium sein. Aber vielleicht kommen wir gerade zu der Erkenntnis, dass der Kunde darauf gar nicht so viel Wert legt – beziehungsweise immer weniger Wert legt? Wer vor zehn Jahren behauptet hätte, dass Geländewagen irgendwann einmal auch ohne Allradantrieb beliebt sein würden, wäre schallend ausgelacht worden. Heute wissen wir: Er (oder sie) hätte recht gehabt.

BMW X2 ab 2016 auf neuer Frontantriebsplattform

Nehmen wir BMW. Seit 2009 mischt die Marke mit dem 4,45 Meter langem X1 im Segment kompakter SUV mit - und verkauft aktuell gerade einmal 64 Prozent der Modelle mit Allrad-, den Rest mit Heckantrieb. Kein Wunder, dass die Hersteller unter dem Druck der strengen CO2-Bestimmungen immer mehr SUV nur noch auf Wunsch und gegen Mehrpreis mit Allradtechnik ausrüsten. Genau in diese Richtung gehen auch die Überlegungen beim BMW X2, der ab 2016 mit 4,50 Meter Länge die Lücke zum X3 (4,65 Meter) schließen soll. Der Zweitürer wird voraussichtlich auf der neuen Frontantriebsplattform aufbauen, die künftig als Basis für alle BMW- und Mini-Modelle bis 4,50 Meter gedacht ist. Der große Vorteil gegenüber der Heckantriebsplattform: Sie ist günstiger in der Herstellung und lässt eine bessere Raumausnutzung zu - und da hatte BMW in der Vergangenheit oft Nachholbedarf.

Allradantrieb gibt es also nur optional, serienmäßig indes viel Bodenfreiheit und die erhöhte Sitzposition. Als lifestyliges Premiumprodukt darf es in Sachen Ausstattung natürlich an nichts fehlen, und so verfügt der BMW X2 zum Beispiel über ein Head-up-Display, das Konkurrent Mercedes GLA bis dahin wohl nicht haben wird. Eine spezielle Ambiente-Beleuchtung sorgt für eine angenehme Atmosphäre im Interieur, Assistenzsysteme wie Toter-Winkel-Erkennung, Spurhalte- und Notbremsfunktionen, die gerade so vehement im Kompaktsegment eingeführt werden, unterstützen eine gelassene Fahrweise. Apropos fahren: BMW-typisch wird bis dahin auch der Einsatz des neuen Dreizylinders mit 1,5 Liter Hubraum sein, den es mit einer Leistung zwischen 122 und 224 PS geben wird und der bis zu 15 Prozent sparsamer gegenüber einem gleich starken Zweiliter-Vierzylinder sein soll. Bis dahin ist natürlich auch der Plug-in-Hybrid reif für die Serie. Er startet bereits 2014 im Sportwagen i8 und ermöglicht im BMW X2 rund 30 Kilometer rein elektrisches Fahren.

Bleibt noch die Frage, in welchem Revier der BMW X2 vornehmlich wildern soll. Bei einem Basispreis um die 36.000 Euro dürfte vor allem der Range Rover Evoque im Fadenkreuz auftauchen- wobei der Engländer bis dahin bereits einige Jahre sehr erfolgreich den Rahm vom Designer-SUV-Segment abgeschöpft haben dürfte.

Neuer VW Tiguan kommt 2015 in mehreren Varianten

Der Platzhirsch in diesem Revier kann aufatmen, denn er spielt in einer anderen Liga. Wenn der Tiguan, der zurzeit unter den Top Ten in Deutschland mitmischt, Ende 2015 in neuer Form anrollt, bleibt er der Familientyp unter den Kompakt-SUV. Er wird sogar noch geräumiger als bislang, weil sich der Radstand um über fünf Zentimeter streckt und das ganze Modell dann auf dem neuen quermodularen Baukasten basiert. Aber es gibt Gemeinsamkeiten zum BMW X2: Auch den Tiguan wird es als Plug-in-Hybrid mit rund 30 Kilometer emissionsfreier Reichweite geben. Statt eines Dreizylinders hat er einen 1,4-Liter-Vierzylinder mit Zylinderabschaltung und 140 PS unter der Haube. Klar ist: Auch der Tiguan muss sparsamer werden, und so wird das Gewicht allein durch den Einsatz des neuen Baukastens um 100 Kilogramm reduziert. Wie beim neuen Golf VII kommt hier ein radargesteuerter Tempomat zum Einsatz, der im Notfall sogar eine Vollbremsung einleitet. Dazu addieren sich Spurhalte- und Lichtassistenz sowie das noch einmal verfeinerte Einparksystem, das den VW Tiguan von alleine in Parklücken zirkeln lässt

Da der Trend zu Nischenprodukten zunimmt, wird es den Tiguan zukünftig noch in einer XL-Variante mit sieben Sitzen und als Tiguan Coupé geben. Womit wir wieder bei einem Range Rover Evoque-Konkurrenten wären – allerdings im familienfreundlicheren Preissegment um 30.000 Euro.

Mercedes GLA – erste Attacke gegen Evoque

Die erste ernsthafte Attacke gegen den Range Rover Evoque dürfte Mercedes fahren. Im April 2013 gibt es auf der Shanghai Autoshow einen ersten Ausblick auf den Offroader auf Basis der A-Klasse, der die Bezeichnung GLA trägt, 2014 zu uns kommt und später auch in China produziert wird. Das rund 4,50 Meter lange Modell zeigt ebenfalls einen coupéhaften Zuschnitt, wobei auch hier Zwei- und Viertürer-Varianten diskutiert werden. Je nachdem, wie erfolgreich Mercedes mit diesem neuen Frontantriebs-Baukasten ist, könnte sogar eine Cabrio-Variante folgen. Auch hier geht es serienmäßig mit Frontantrieb voran, gegen Aufpreis beziehungsweise bei den stärkeren Versionen wird die Kraft auf alle vier Räder übertragen – allen voran beim Mercedes GLA 45 AMG (350 PS).

Serienmäßig verfügt der GLA über einen Kollisionswarner, der in Gefahrenmomenten optisch und akustisch alarmiert und den Fahrer beim Bremsen unterstützt. Mit an Bord sind zumindest optional Abstandsregeltempomat, Spurhalte- und -wechselassistent sowie eine Verkehrsschild-Erkennung. Das Konzept dieses kleinen SUV mit Stern auf der Haube klingt auf jeden Fall vielversprechend – und dass die Baureihe ankommt, zeigen die Zulassungszahlen von A- und B-Klasse.

Ford Kuga mit mehr Platz

Eine günstigere Alternative zum GLA ist ab April 2013 der Kuga-Nachfolger. Der Ford wird um acht Zentimeter auf 4,52 Meter wachsen, in der Höhe 1,68 und in der Breite 1,84 Meter messen. Technisch teilt sich die zweite Generation die Plattform mit der US-Variante Escape, die in Deutschland früher als Maverick angeboten wurde. Durch das neue Package gewinnt der Kuga dabei nicht nur mehr Innenraum, sondern legt auch in Sachen Gepäckabteil mit einem Plus von 80 auf 490 Liter kräftig zu. Eine ständig wachsende Zahl von Assistenzsystemen soll den Fahrer auch hier unterstützen: Bei Ford gehört die bewegungsgesteuerte Heckklappe genauso dazu wie Einpark- und Toter-Winkel-Assistent. Neu ist zudem das überwiegend sprachgesteuerte Entertainment-System Sync. Das Motorenprogramm umfasst die Ecoboost-Triebwerke des Focus und reicht von 150 bis 250 PS, die Diesel bringen es auf 140 und 163 PS.

Toyota RAV4 vom Kompakten zum Ausgewachsenen

Einst war er der Begründer der kompakten SUV-Klasse – im Grunde also der Trendsetter. Und ausgerechnet jetzt verlässt er diese: Die Rede ist vom Toyota RAV4, dessen Neuauflage im November auf der Los Angeles Autoshow seine Premiere feiert und bei uns wie der Kuga im April in den Verkauf geht – allerdings nicht mehr als sein direkter Konkurrent. Toyota lässt den RAV4 um rund 50 Zentimeter auf 4,90 Meter wachsen, wodurch er zum VW Touareg- oder auch Nissan Murano-Konkurrenten mutiert. Damit soll er ein familientauglicher Offroader werden, der auch fürs Urlaubsgepäck genügend Platz bietet. Die Heckklappe ist künftig nicht mehr seitlich angeschlagen, sondern oben am Dach. Auch stilistisch vollzieht sich hier eine kleine Revolution: Der RAV4 wurde von den Landcruiser-Designern entworfen und wird in seinem Auftreten wesentlich kantiger wirken als sein etwas zu weich gespült wirkender Vorgänger.

Opel Antara ab 2014 coupéartiger

Der Zuschnitt des großen Opel-SUV wird mit dem Modellwechsel im Jahr 2014 coupéartiger – damit übernimmt er ein Stilelement des kleineren Mokka. Der Antara soll vor allem komfortabler werden, mehr Zuladung ermöglichen sowie mit wichtigen Assistenzsystemen wie etwa Verkehrsschilderkennung, Kollisions- und Spurhaltewarner ausgerüstet werden. Auch die Dieselmotoren werden komplett überarbeitet, denn Ende 2013 bringt Opel eine neue Generation kleiner, aufgeladener Direkteinspritzer auf den Markt.

Nissan Qashqai nach Hi-Cross-Studie

Vorgestellt wird er 2013, doch der Verkauf beginnt erst 2014 – die Rede ist vom Qashqai-Nachfolger, der vor allem über hochwertige Materialien im Innenraum verfügen soll. Mit der Studie Hi-Cross hat die Marke in Genf einen stilistischen Ausblick auf den Neuen gegeben, der sich in den Abmessungen nur wenig ändern soll und wieder mit Front- und Allradantrieb angeboten wird.

Die Konkurrenten unter den Kompakt-SUV

Alfisti warten schon lange auf einen schicken Offroader, und 2015 soll es so weit sein: Auf Basis des Jeep Compass entsteht ein Ableger von Alfa Romeo. Skoda bedient sich 2016 der VW Tiguan XL-Plattform, bietet also eine preiswerte Alternative mit der gleichen, zeitgemäßen Technik. Auch hier entsteht eine neue Alternative zu Golf und Co – einmal mehr im eigenen Haus.

Birgit Priemer

Foto

Christian Schulte

Datum

25. November 2012
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