Mini Countryman Cooper S, Jörn Thomas, Maya-Tempel 17 Bilder Zoom

Im Mini Countryman durch Guatemala: Wie war das mit dem Weltuntergang?

Alle haben über den Weltuntergang geredet, angekündigt vom Maya-Kalender. Also haben wir uns einen Mini Countryman geschnappt und sind einfach hingefahren: mitten ins Zentrum der Maya nach Tikal im Norden von Guatemala.

Es ist wie so oft im Leben: Nachher will es keiner gewesen sein, und niemand weiß, wie es dazu kommen konnte. Zu diesem Guatemala-Trip 2012, jener Reise zum Ende der Welt anlässlich des Maya-Kalenders. Vermutlich war es einer dieser Mittage in der Kantine - bei Kürbissuppe und Schnitzel-Pommes. "Mahlzeit"-Monotonie im Dunstkreis der Wärmeschalen. Gebundene Soße häutet sich an Resten von Geschnetzeltem, während sich am Tisch nebenan das Thema von Motor zu Maya und Guatemala dreht. Immerhin sollen die ja das Ende für den 21.12.2012 geweissagt haben. Nicht nur das von gebundener Soße oder gepflegter Autokultur, sondern gleich der gesamten Erde. Behaupten jedenfalls die einen, andere begnügen sich mit dem Ende eines Abschnitts der Mayaschen Zeitrechnung. Fakt ist: Diese ist bedrohlich clever gemacht, kommt sogar ohne Schaltjahr aus.

Grund genug, mal nachzusehen, ob unser Planet wirklich den Bach runtergeht. Und zwar dort, wo die Ansage herkommt: dem Zentrum der Maya-Kultur in Tikal, im Norden Guatemalas. Bloß noch kurz die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes ignorieren, die alles von Vergewaltigung über Raub, Entführung, Erschießen aus Versehen bis hin zu Mord im Programm hat, und ab nach Guatemala City, wo ein Mini Countryman als Gefährte wartet.

Feinste Abgas-Aromen aus allen Rohren

20 Stunden später nehmen wir schon den ersten Lungenzug Dieselruß. Okay, die prähistorischen Mercedes-Lkw und Ex-USA-Busse kommen in Guatemala jeden Hügel rauf, schmutzen dafür aber, was die Brennräume hergeben. So ist die Luft mit einem aromatischen Abgasgemisch erfüllt, das Youngtimer-Fans am liebsten eindosen würden. Und das, obwohl der Katalysator hier eigentlich schon seit einem Vierteljahrhundert am Start ist. Mit HU und AU müssen sich die Guatemalteken nicht herumschlagen, was man einigen der Kandidaten, die sich durch den dichten Verkehr schlängeln, auf Anhieb ansieht.

Irgendwie fließt es dann doch, alle vom Tuk-Tuk-Piloten bis zum Busfahrer arrangieren sich. Kaum jemand hupt, und wir strömen in unserem Mini Countryman mit in Richtung Lago Izabal. Die Turbokraft des Mini Countryman Cooper S hilft, sich gegen die schwungvoll bewegten Sattelzüge durchzusetzen.

Die Bahn kommt? Nicht hier

Güter auf die Bahn? Früher vielleicht, doch nach der Verstaatlichung Ende der Sechziger rollten die Waggons buchstäblich aufs Abstellgleis. Als 1995 der Bahnhof der Hauptstadt Guatemalas ausbrannte, erlosch das Interesse fast endgültig. Stattdessen brettern Lkw durch die bunt wechselnden Landschaften. Mal hügelig, mal flach - aber immer palmig und immer feucht.

Am Straßenrand locken Stände mit Bananen und Kokosnüssen. Nein, nicht das nachgereifte Zeug, das bei uns anlandet, sondern frisch, reif und aromatisch. Die Bananen stammen oft aus dem eigenen Garten, unsere von den großen Plantagen. Wir besuchen mit dem Mini Countryman die größte in Qiriguá, die nicht wie früher amerikanisch, sondern von Ägyptern kontrolliert ist. Die geernteten Büschel fahren an einer Art Seilbahn zum Waschen und Verpacken.

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Guatemala, Republik der Bananen

Alejandro, der Bananenchauffeur, lässt sich von dem Maya-Thema nicht kirremachen. Alles Quatsch, meint er, ist bloß so ein Touristending. Schon lässt er den Diesel aufbrummen und die Büschel an der langen Kette wippen.

Wir brummen mit unserem Mini weiter, bis Tikal reicht es heute nicht mehr, dafür bis zum Izabal-See. Bevor die Welt in Guatemala untergeht, wollen wir noch über den Rio Dulce nach Livingston schippern. Unser Boot startet im Izabal-See, passiert verschwiegen gelegene Villen. Wir fragen uns, welche Potentaten sich und ihr Geld hier wohl in Sicherheit gebracht haben. Ein paar Meter hinein in den grünen Ufergürtel, und man ist dem Hier und Jetzt ziemlich nachhaltig entzogen.

Nun werden die Flusswindungen enger, das dicht bewachsene Ufer steiler und höher. Irgendwie sieht es hier aus wie Apocalypse now, bloß friedlicher. So bleibt es auch in Livingston, einem Küstenkaff Guatemalas, das schwüle Karibikstimmung liefert. Hierher führt keine Straße, man lebt nach eigenen Gesetzen. Bisweilen umwölkt von allerhand Kraut und Reggae-Sound, relaxen Einheimische und Aussteiger in den Tag hinein und genießen die Abwesenheit jeglicher Jahreszeiten außer Sommer. Schon die Maya wussten zu leben, hatten eine Zeit für die Arbeit und eine für den Spaß, arbeiteten am liebsten nur so lange, bis sie so viel hatten, wie sie brauchen. Erzählen Sie das mal einem Manager.

Mit dem Mini Countryman am Ziel in Tikal

Wir managen derweil unseren Eintritt nach Tikal, dürfen ran an das Unesco-Kultur- und -Naturerbe. Befestigte Straßen - na ja. Manchmal sind wir froh, dass der Countryman mit seinem Allradantrieb auch auf glitschigen Steinen und regennassen Naturpisten jederzeit genug Traktion plus Bodenfreiheit sichert. Schwer hängt der Nebel über dem dichten Laubschirm. Regenwald eben. Wir haben es fast geschafft. Motiviert von gezielten Gas-Tapsern klettert der Mini in Richtung der Tempelpyramiden. Diese zeigen das Können der Maya, die das Rad zwar kannten, aber nur als Spielzeug nutzten, eine Art Fußballspiel erfanden und ohne Eisenwerkzeuge Monumente schufen.

Monumente wie Tempel Nummer vier. 200 Holztreppenstufen führen auf seine Spitze. In rund 60 Meter Höhe über den Kronen des Regenwaldes wird selbst der Letzte ehrfürchtig, genießt den Blick hinüber zu den anderen Pyramiden. Auch Carlos und seine Familie, die aus der Hauptstadt Guatemalas angereist sind, um Tikal zu entdecken. Und das magische Datum? Da lachen sie, Kinder wie Erwachsene: Nun, wir haben schon die spanischen Eroberer, Bürgerkriege und US-Einfluss überstanden - da kann uns doch so ein Datum keine Angst einjagen.

So markiert der 21.12.2012 im Maya-Kalender am Ende dann doch nicht den Unter-, sondern höchstens den Übergang der Welt von einem Zeitabschnitt in den nächsten. Und den genießen wir hier im Norden von Guatemala in aller Ruhe und lassen den Zauber der versunkenen Kultur wirken, bevor der ganze Berechnungskram wieder von vorn losgeht - bis zur nächsten Apokalypse. Bis dahin dürften allerdings noch eine Menge Schnitzel-Pommes durch die Kantine marschieren.

Guatemala
Sobald man die Hauptstadt verlassen hat, führt die Carreterra 9 nordwestwärts, bevor man auf die CA 13 abbiegt, den Rio Dulce überquert und Kurs Richtung Nationalpark Tikal nimmt. Die Strecke von rund 550 Kilometern ist an einem, besser in zwei Tagen zu schaffen.

Mini Countryman
Der Mini Countryman Cooper S schiebt wegen des teils minderwertigen Kraftstoffs in Guatemala mit weniger als den sonst üblichen 184 PS an. Für zügiges Fortkommen reicht es aber trotzdem.

Jörn Thomas

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Datum

1. Januar 2013
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