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Test Range Rover Evoque: Erste Ausfahrt mit dem Baby-Range

Der neue Range Rover Evoque ist der Hoffnungsträger für Land Rover. Wir waren mit dem neuen Edel-SUV on- und offroad unterwegs.

Eines kann man Land Rover unter allen Autoherstellern sicher am wenigsten vorwerfen: übertriebene Hast. Über 20 Jahre dauerte es, bis sich zum Ur-Land Rover aus dem Jahr 1948 und seinen Nachfolgern eine zweite Baureihe, der Range Rover, gesellte. Der blieb dann auch gleich mehr als 20 Jahre in Amt und Würden, bevor der Nachfolger erschien.  Erst 40 Jahre nach dem ersten Landy kam die Baureihe Nummer drei, der Discovery, hinzu.
 
Zeitraffer: 2011 debütiert das sechste Modell, nach Freelander und Range Rover Sport kommt nun der Range Rover Evoque.

Range Rover Evoque - das neue Edel-SUV

Beim neuen kompakten Edel-SUV ging Land Rover denselben Weg wie einst beim Range Rover Sport, der aus dem Discovery entwickelt wurde: der Evoque basiert auf der Plattform des Freelander. Alter Wein in neuen Schläuchen, möchte man meinen – bis zum ersten Aufeinandertreffen mit dem „Little Range“. Der erste Pluspunkt ist die Konsequenz, mit der die Formensprache des 2008 gezeigten Concept-Car LRX in die Wirklichkeit gerettet wurde, nämlich fast 1:1. Soviel Mut findet sich selten in der Auto-Industrie, üblicherweise werden außergewöhnliche Design-Konzepte solange in den Hersteller-Gremien zum massenkompatiblen Geschmack zerredet, dass am Schluss nur ein normales, neues Auto übrig bleibt.
 
Der zweite überraschende Aspekt sind die ersten Meter mit dem neuen, kleinen Range Rover. Ich stieg jedenfalls mit der Erwartungshaltung ein, einen besonders adrett gestylten Freelander zu erleben. Nicht weniger, aber vor allem nicht mehr. Es kam aber anders.

Der Range Rover Evoque fasst sich gut an

Die Verarbeitung ist in jedem Fall über alle Zweifel erhaben. Der Getriebe-Drehregler erhebt sich wie beim großen Range aus der Mittelkonsole, wenn der Startknopf gedrückt wird. Instrumente, Schalter, Hebel, alles ist perfekt eingepasst und professionell verarbeitet. Je nach persönlicher Brieftasche ist der Innenraum einigermaßen feudal oder wirklich luxuriös mit fein abgenähtem Leder selbst an den Armaturen verkleidet. Er fasst sich ziemlich wertig an, der neue kleine Range.
 
Dann folgt die Testfahrt über kleine und kleinste walisische Nebenstraßen und zeigt, dass der Range Rover Evoque alles andere als ein edler Freelander ist: er ist der eigentlich wahre Range Rover Sport. Der SD4-Diesel mit 190 PS hängt gierig am Gas, beschleunigt mit Heldenmut. 8,5 Sekunden auf Tempo 100 werden versprochen, wirkt glaubhaft. Besonders die Zwischensprints hakt der mit Sechsgang-Automatik ausgestattete SD4 mit aller gebotenen Lässigkeit ab und zoomt sich an Langweilern vorbei. Das läuft schon mal besser als im etwas träger agierenden Freelander mit gleicher Motorisierung.

Kein Freelander-Abklatsch

Der eigentliche Meilenstein sind aber Fahrwerk und Lenkung, die erheblich vom Freelander-Standard entfernt sind. Unebenheiten schluckt das Geläuf zumindest auf der Straße klaglos weg. Und die Lenkarbeit ist nahe am Optimum. Die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung ist im Innenstadtbereich ausreichend komfortabel-leichtgängig, verhärtet bei Überlandfahrt aber spürbar. Und sie ist auch bei forcierter Fahrt so exakt und zielgenau, wie man es bislang nur aus süddeutschen SUV kannte. Im Klartext: Der Range Rover Evoque bringt bei Lenkung und Handling das Level eines BMW X3, ohne dessen unnachgiebige Fahrwerks-Härte auf schlechten Straßen.
 
Die Testfahrt führt uns auch durch das Gebirge des Snowdonia Nationalparks. Hier arbeitet der Evoque auf den nur mäßig anspruchsvollen Gelände-Abschnitten, wie man es erwartet: die Einzelradaufhängung reagiert auf derbe Schlaglöcher ratlos, wenn man zu flott unterwegs ist. Die geballte Terrain-Response-Elektronik, wie sie der Freelander auch trägt, ist jedoch an Bord, was besonders auf glitschigem Untergrund bergauf wie bergab entscheidende Vorteile bringt – die Elektronik regelt das schon. Mehr als von einem Freelander sollte man offroad allerdings nicht vom Evoque erwarten.
 
Alles Gold? Nein, zwei handfeste Kritikpunkte gibt es. Zum einen die Karosserieform. So hinreißend der Range Rover Evoque von außen aussieht, die Übersichtlichkeit für den Fahrer ist eher mau. Nach hinten sieht man im Rückspiegel höchstens eine Schießscharte, auch seitlich und nach vorn lässt sich das Auto allenfalls erahnen. Das Kamera-Kit ist für Stadtbewohner eine dringende Kaufempfehlung.

Range Rover Evoque: Die Minuspunkte

Kritikpunkt zwei ist die Steuerung der Automatik, die sich im langsamen Betrieb unter Last – Beispiel: Gebirgs-Serpentinen bergauf – nicht entscheiden kann. Der erste Gang zu kurz, der zweite zu lustlos untenrum, das ergibt selbst bei manuellem Eingriff per Schaltpaddel am Lenkrad ein sehr unhomogenes Fahren. Ein Phänomen, dass der Evoque mit anderen modernen Autos teilt: Er könnte besser, wenn er nicht nach aktueller Euro-Norm stranguliert wäre – im zweiten Gang wird im tiefen Drehzahlbereich einfach die Leistung des Dieselmotors abgeregelt.
 
Das sind allerdings Luxusprobleme, denn der eigentliche Knüller des Evoque ist sein Preis. Ein Range Rover für unter 35.000 Euro ist eine Ansage. Bislang liegen 20.000 Vorbestellungen an, im September ist Verkaufsstart.
 

Foto

Land Rover

Datum

8. Oktober 2011
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