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4wheelfun Reisebericht

Mitsubishi Outlander 2010 im Fahrbericht

Neue Optik und neue Technik für den Mitsubishi Outlander

Mitsubishi sortiert den Outlander neu. Das Mittelklasse-SUV bekommt ein Facelift, das starke Dieselmodell ein Doppelkupplungsgetriebe. Hinzu kommt außerdem eine Einstiegsvariante ohne Allradantrieb. Erster Fahrbericht.


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Foto: Torsten Seibt

Der facegeliftete Mitsubishi Outlander im Fahrbericht.

Der facegeliftete Mitsubishi Outlander im Fahrbericht.

Drei Jahre nach seiner Einführung gibt es ein Facelift für den Mitsubishi Outlander . Das Mittelklasse-SUV erhält ein neues Front-Design, das laut Mitsubishi eine "Jetfighter-Optik" realisieren soll. Eine neue Frontmaske mit großem Kühlergrill und der aktuellen Familienoptik für die Scheinwerfer mit nach außen verlegten Beamern und innenliegenden Blinkleuchten; auch die Außenspiegel blinken nun mit. Am Heck mit seinen charakteristischen LED-Rückleuchten legten die Designer keine Hand an, dafür wurde neu möbliert.

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Neue Optik beim Mitsubishi Outlander

Überarbeitete Sitzpolster und Verkleidungen, ein bisschen Chrom-Optik für die Regler und ein neues Zentraldisplay zwischen den Rundinstrumenten kennzeichnen die Renovierungsarbeiten. Beim Antrieb hat sich gleichfalls etwas getan. Ab sofort markiert ein frontgetriebener Zweiliter-Benziner mit variabler Ventilsteuerung den Einstieg, der Outlander 2.0 MIVEC wird ab 21.990 Euro angeboten. Er lässt sich wie der unveränderte 2.4er-Outlander mit einem stufenlosen CVT-Getriebe kombinieren. Ebenfalls technisch unangetastet bleibt der Outlander 2.0 DI-D, dessen von Volkswagen zugelieferter Pumpe-Düse-Diesel 140 PS leistet.
Neuerungen gibt es außerdem beim 2.2 DI-D, dessen 156 PS-Commonrail-Diesel aus einer Kooperation mit Peugeot/Citroen stammt. Der lässt sich ab sofort wahlweise mit einem Doppelkupplungsgetriebe (Aufpreis: 1.800 Euro) ausrüsten. Mit diesem neuen Outlander 2.2 DI-D TC-SST gingen wir auf eine erste Testfahrt.

Pkw-Kunden im Visier

Mitsubishi möchte den Outlander - wohl nicht ohne einen kleinen Seitenblick auf den erfolgreichen Konkurrenten Nissan Qashqai - neu positionieren. Käufer sportlicher Kombis sind nun im Visier, nicht mehr die Klientel mit Offroad-Ambitionen. Als zünftig-sportliches Vielzweckauto kann der Mitsubishi Outlander vor allem durch seine Variabilität punkten. Im Ladeboden versteckt sich (ab der Intense-Ausstattung) ein mit wenigen Handgriffen entfaltbares Sitzbänkchen, das - zumindest auf Kurzstrecken - kleinen Passagieren Unterkunft bietet. Als Mehrfamilien-Sammeltaxi bringt das im Alltag durchaus Punkte. Die reguläre Rücksitzbank ist im Verhältnis 2:1 geteilt und lässt sich in dieser Aufteilung auch längs verschieben. In der hintersten Raste ist die Beinfreiheit dann selbst für Großgewachsene üppig.


Der neue Mitsubishi Outlander ist ein komfortabler Cruiser

Auf dem Chefsessel kommt ebenfalls Gemütlichkeit auf. Die nicht all zu straffen Sitze mit der neuen Polsterung bieten ausreichend Seitenhalt und Sitzkomfort. Die neuen Instrumente mit den hinterleuchteten Skalen und dem mittigen Farbdisplay sind mustergültig ablesbar, wenngleich das zentrale Display mit seinen zahlreichen Infos auf den ersten Blick unübersichtlich wirkt.

Wie bei einem Wandler-Automaten wird auch das Doppelkupplungsgetriebe mit einem Wählhebel bedient. Zusätzlich gibt es hinter dem Lenkrad große Schaltpaddel, um direkt ins Geschehen einzugreifen. Im Normalbetrieb ist es wenig sinnvoll, der Getriebesteuerung das Denken abnehmen zu wollen und selbst die Gänge zu bestimmen: Das Doppelkupplungsgetriebe sortiert die sechs Stufen mit großer Sanftmut, ohne jeden spürbaren Ruck und mit weichen Übergängen. Das Herunterschalten an starken Steigungen oder beim Überholen geschieht ebenfalls nach Plan und ohne ausführlichen Kickdown-Befehl per Gaspedal. Eine zusätzlich aktivierbare Sport-Einstellung sorgt im Wesentlichen dafür, dass die Gänge weiter ausgedreht werden. Eine Entscheidung, die angesichts des bereits bei 2.000 Umdrehungen anliegenden maximalen Drehmoments (380 Nm) wenig praxisgerecht scheint. Die Handwahl der sechs Gänge empfiehlt sich vor allem im Gespannbetrieb (2.000 kg Anhängelast) oder bei Gebirgsfahrten, um die Motorbremswirkung zu nutzen.

Doppelkupplungsgetriebemit viel Schaltkomfort

Gewöhnungsbedürftig ist dagegen die Startverzögerung. Beim Losfahren reagiert das TC-SST-Getriebe nachdenklich: sollen wir wirklich? Erst nach einer kurzen Gedenksekunde wird der Gaspedalbefehl umgesetzt und der Outlander setzt sich in Bewegung. Eine auch bei anderen derartigen Getrieben mehr oder minder ausgeprägte Eigenheit. Dieses Verhalten lässt sich auch an den Beschleunigungswerten ablesen: Statt 9,9 Sekunden wie der handgeschaltete 2.2 DI-D benötigt der Outlander mit TC-SST 11,1 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100. Gegenüber einer herkömmlichen Wandler-Automatik ist das System außerdem bei hoher Belastung (schwere Anhänger oder Offroad-Betrieb) im Nachteil, nachdem der Steuercomputer in solchen Situationen entsprechend die Kupplung "schleifen" lässt. Hierauf muss der Fahrer sich und seine Fahrweise einstellen.

Der Automatik-Outlander verbraucht etwas mehr

Gegenüber dem Sechsgang-Handschaltgetriebe beträgt der Verbrauchsaufschlag des TC-SST 0,3 Liter, 7,3 Liter sollen im EU-Zyklus für 100 Kilometer genügen. Eine angesichts des Bordcomputers etwas optimistische Einschätzung, der vermeldete bei unseren Testfahrten Werte von acht bis elf Liter, letzteres bei zügiger Fahrweise.

Das eher sanftmütig abgestimmte Fahrwerk passt zum sehr komfortabel schaltenden Getriebe, der Outlander ist eher Cruiser als Sportler. Die Geräuschdämmung gegenüber Abroll- und Motorgeräuschen ist gut gelungen, dafür zerrt der Wind ab Tempo 130 deutlich hörbar am Gehäuse.

Mitsubishi Outlander. Die Preise werden nicht erhöht

Beim Preis hat sich ausstattungsbereinigt nichts getan, die neue Generation kommt ohne Teuerungsrate. Neu ist das erwähnte Basismodell mit Frontantrieb, das mit Klimaautomatik und Fensterhebern alltagstauglich ausgestattet ist. Basismodell bei den Dieselaggregaten ist der Zweiliter-DI-D in Inform-Ausstattung für 28.990 Euro, der 2.2 DI-D ist ab der Ausstattungsvariante Invite ab 31.990 Euro zu haben. Top-Version ist der Mitsubishi Outlander 2.2 DI-D Instyle TC-SST für 40.490 Euro. Bei dem ist dann bis auf Metallic-Lack alles drin, was die Optionsliste zu bieten hat, inklusive Leder und großem Farb-Navi mit Rückfahrkamera. Der neue Mitsubishi Outlander ist ab sofort bei den Händlern bestellbar.

Autor: Torsten Seibt
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