Mercedes GL, Seitenansicht, Motel 37 Bilder Video Zoom

Mercedes GL 350 Bluetec 4matic im Fahrbericht: Für nahezu alle Eventualitäten gerüstet

Der neue Mercedes GL 350 Bluetec 4matic beweist  auf den meilenlangen Asphaltbändern der Prärie New Mexicos, dass sich der American Way of Drive auch modern interpretieren lässt.

Dank Hollywood-Held John Wayne hat die Cowboy-Romantik ihren Ursprung in New Mexico. Hier in Santa Fe, wo sich über den gleichnamigen Trail die Siedler-Tracks monatelang vom Missouri aus in den Westen gequält haben, stellt Mercedes den neuen Mercedes GL 350 Bluetec 4matic vor – um zu zeigen, wie leicht der riesige Luxus-SUV heute lange Strecken meistert. Und dabei selbst über unwegsames Gelände hinweggaloppiert.

Möglicherweise ist der Siedler-Gedanke, der noch in vielen Amerikanern steckt, der Auslöser für den nicht enden wollenden Run auf riesige Pickup und SUV, denn die kommen in ihrem Charakter den Planwagen am nächsten. So schiebt, wer es sich leisten kann, einen Fünf-Meter-Brocken durch die Staaten: Für den Fall, dass man wie die Vorfahren alle wichtigen Habseligkeiten auf einmal befördern muss. Wer zu den wirtschaftlich Erfolgreichen gehört, wählt den Mercedes GL, der im vergangenen Jahr mit 27.000 Stück tatsächlich der Klassenprimus in den USA war und jetzt vollkommen neu im Werk Tuscaloosa/Alabama vom Band läuft. Auf deutsche Straßen rollt er aber erst ab 23. November.

Mercedes GL 350 Bluetec 4matic unübersichtlich

Auch hierzulande dürfte er mit seinen stattlichen Abmessungen von 5,12 Meter Länge eine beeindruckende Note hinterlassen – obwohl er technisch auf dem kleineren Mercedes ML basiert, der im amerikanischen Straßenbild zwischen den Light Trucks und Mega-Pickups praktisch untergeht. Der große Mercedes GL 350 Bluetec 4matic fügt sich wie selbstverständlich in den Verkehrsfluss der überbreiten High- und Freeways ein und findet sogar in den Kleinstädten stets genug Platz zum Rangieren vor. Vom leicht erhöhten Fahrersitz aus sind seine Dimensionen zunächst kaum abzuschätzen. Unübersichtlichkeit vermittelt in dieser Klasse genau jene positive Üppigkeit, die nahezu unbegrenzten Raum suggeriert – so wie die Weiten des Südwestens. Bis zu sieben Personen nimmt der Mercedes GL auf und bietet selbst den Hinterbänklern mehr als nur Notsitze.

Serienmäßig lässt sich die dritte Sitzreihe des Mercedes GL 350 Bluetec elektrisch vor- und zurückklappen, optional (Easy Entry 476 Euro) faltet sich die zweite gegen die erste und gibt den Weg zum Durchsteigen nach hinten frei. Natürlich übernehmen Elektromotoren diese Arbeit, denn in den USA ist man gewohnt, dass sich Dinge auf Knopfdruck erledigen.

Was den Mercedes GL 350 Bluetec 4matic von seinen heimischen Konkurrenten vom Schlage eines Ford Expedition, Cadillac Escalade oder Chevrolet Tahoe unterscheidet: Er fühlt sich beim Fahren zwei Nummern kleiner an, liegt beim Komfort allerdings zwei Klassen darüber. Das Abrollgeräusch verflüchtigt sich in den Weiten der Einzelradaufhängung, die Äußerungen der Umwelt bleiben in der Akustikverglasung hängen und das Schnarren des Sechszylinder-Diesels im Dämmstoff. So cruist man von Schall und Hubbewegungen unbelästigt dahin und fühlt sich wie in einer hochgesetzten Mercedes S-Klasse.

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Ohne Schlagseite mit Tempo durch Kurven

Dank leichtgängiger, jetzt elektromechanischer Lenkung gelingt das Chauffieren des Mercedes GL 350 Bluetec 4matic ohne jegliche Sperrigkeit. Wer die optionale Wankstabilisierung geordert hat (3.689 Euro Aufpreis) und die Dämpfer der serienmäßigen Luftfederung auf Sport stellt, traut seinem Gleichgewichtssinn kaum: Das Schiff lässt sich ohne Schlagseite in einem Tempo durch Kurven manövrieren, das im Land der uniformierten Spaßbremsen drei- bis vierstellige Geldstrafen nach sich ziehen kann.

Seine schiere Größe erschließt sich erst, wenn man aussteigt, sich neben den Riesen stellt und die Augen dann nicht einmal auf Dach-Niveau sind: Der Mercedes GL 350 Bluetec 4matic misst 1,85 Meter in der Höhe und 1,93 in der Breite, was in Verbindung mit dem kantig-maskulinen Design unerschöpfliche Reserven in jeder Hinsicht suggeriert. Beim Kofferraum sind es je nach Bestuhlung 680 bis 2.300 Liter Volumen, bei der Zuladung fast 800 Kilogramm. Und der GL darf gebremst einen 3,5 Tonnen schweren Anhänger ziehen. Dennoch soll er dank Leichtmetall-Teilen immerhin 90 Kilogramm weniger wiegen als sein Vorgänger.

Vom Praktiker zum Abenteurer ist es nur ein kleiner Schritt, der im Falle des Mercedes GL 350 Bluetec 4matic das Offroad-Paket (2.261 Euro) mit hundertprozentiger Sperre am Mitteldifferenzial, Geländereduktion, Unterfahrschutz sowie drei verschiedenen Niveaus der Luftfederung voraussetzt. Dank automatisierten Fahrprogrammen nach Art des ML, einer Bodenfreiheit von bis zu 30 Zentimetern und einer doppelt so großen Wattiefe ließe sich unbekanntes Terrain wie zu Zeiten der Siedler erobern. Aber: Wer treibt seinen Luxus-SUV schon durch den Dreck?

Sanfter Riese Mercedes GL 350 Bluetec 4matic

Die Routen in den Westen führen schließlich mittlerweile alle über Asphalt. Hier lebt der Mercedes GL 350 Bluetec 4matic seinen wahren Charakter aus – den des sanften Riesen, der seine Passagiere notfalls durch dick und dünn auf Händen trägt, dem kein Weg zu weit oder zu beschwerlich ist. Und sollte doch ein Hindernis auf der Route liegen, dann vermittelt der Mercedes den Eindruck, jederzeit Herr der Lage zu sein. Zumal, wenn Assistenten Spur, Seitenwind und toten Winkel detektieren, vor Kollisionen und Müdigkeit warnen, vier Kameras das Umfeld aus der Vogelperspektive überwachen und die Beladungserkennung stets für das richtige Niveau an der Hinterachse sorgt.

Damit ist der Mercedes GL 350 Bluetec 4matic praktisch für nahezu alle Eventualitäten gerüstet und übernimmt die Aufgabe des fürsorglichen Beschützers – ohne seinen Fahrer zu entmündigen. Und so ist der für hiesige Verhältnisse überdimensionierte SUV in Wahrheit einfach höchst amerikanisch. Mercedes ergänzt den American Way of Drive um genau jene deutsche State-of-the-art-Komponente, welche die Ursprünglichkeit des Fahrgefühls wahrt und nicht in technischer Rückständigkeit verharrt. Im neuen Mercedes GL fühlt man sich schon unterwegs zu Hause und längst angekommen, bevor das Ziel erreicht ist.

Marcus Peters

Foto

Hersteller

Datum

21. August 2012
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