Ford Kuga 2013 erster Fahrbericht 28 Bilder Zoom

Ford Kuga 2.0 TDCI 4x4 2013 im ersten Test: Knackt der neue Ford Kuga den VW Tiguan?

Countdown zum Showdown: im März startet die zweite Generation des Ford Kuga. Bei einer ersten Testfahrt loten wir aus, ob er den Tiguan schlagen kann.

Smart, schick, clever. So soll er sein, der neue Ford Kuga. Und vor allem besser als die anderen, die sich mit ihm um die nach wie vor dramatisch ansteigende Kompakt-SUV-Kundschaft balgen. Dafür haben sie ihn jetzt schön gemacht, neu geformt und mit den neuesten Technik-Gimmicks aufgefüllt.
 
Gemeinsam sind sie stärker – so lautete die Vorgabe, nach der Ford nun auch die Kompakt-SUV der Marke global zusammenlegt. Aus den beiden Baureihen Escape (USA) und Kuga ist ein gemeinsames Modell geworden. Multikulti ist entsprechend einiges am neuen Ford Kuga: Design und Plattform stammen aus Köln, gebaut wird er als Escape in Lousiville/Kentucky und als Kuga im spanischen Valencia, die Motorenproduktion erfolgt in England. Das muss man sich als Kunde selbstverständlich nicht merken, ist aber dennoch interessant zu wissen.

Der Ford Kuga 2013 ist gewachsen

Ein paar Zentimeter länger ist er geworden, Breite und Höhe bleiben bis auf ein paar Millimeter identisch – kein Grund also, einen Garagen-Neubau zu planen. Mit 4,52 Meter Spannweite von vorne bis hinten ist der Ford Kuga 2013 noch sehr deutlich im Kompakt-Segment verortet, aber eben doch eine Handbreit länger als der Wolfsburger Erzrivale.
 
Das erste Date, anfassen erlaubt. Premieren-Eindruck: Der hat sich ganz schön rausgeputzt. Roch es beim bisherigen Ford Kuga noch ein bisschen nach Transporter, mit planen, glatten Flächen und wenig Deko, wurde das Weltmodell im Innenraum richtig aufgerüscht. Glanzlack, aufgeschäumter Kunststoff, eine schwungvoll modellierte Landschaft mit Berg und Tal und Inseln, dazu Deko-Einlagen im Alu-Look. Erste Erkenntnis also: Die Innenraum-Designer waren ausgesprochen fleißig.
 
Motorisch muss sich die Kundschaft zumindest beim Diesel vorerst nicht umgewöhnen, die bekannte Duratorq-Maschine mit 140 oder 163 PS kommt weiterhin zum Einsatz. Abspecken heißt es dagegen an der Benziner-Front: der 2,5-Liter-Benziner, den bei uns ohnehin kaum jemand haben wollte, bekommt ein modisches Downsizing-Aggregat mit besseren Verkaufs-Chancen als Nachfolger. Der Turbo-Benziner mit 1,6 Liter Hubraum bringt es im Allrad-Kuga auf 182 PS, kommt ausschließlich mit Automatik und soll im Schnitt mit 7,7 Liter zufrieden sein – den Beweis muss er demnächst im Test führen.
 
Zwei Ausstattungslinien, Trend und Titanium, sind im Angebot, wobei schon beim „Trend“ keinerlei Sozialwohnungs-Flair blinzelt. Beide Ausstattungspakete können noch umfangreich mit Extras bestückt werden, was Individualisten freuen wird. Die bei Modellen speziell der asiatischen Hersteller weit verbreitete Komplett–Paket-Politik mit teils sinnfreier Kombinierung einzelner Ausstattungs-Optionen hat sich Ford beim neuen Kuga verkniffen.

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Ford Kuga MY 2013 - technische Daten und Preise
Modell Ford Kuga 1.6 EcoBoost 4x4 Ford Kuga 2.0l TDCI 4x4 Ford Kuga 2.0l TDCI 4x4
Länge/Breite/Höhe 4.524/1.838/1.701 mm 4.524/1.838/1.701 mm 4.524/1.838/1.701 mm
Leergewicht ab 1.682 kg ab 1.692 kg ab 1.692 kg
Motor R4-Turbo-Benziner R4-Turbo-Diesel R4-Turbo-Diesel
Hubraum 1.596 ccm 1.997 ccm 1.997 ccm
Leistung 134 kW/182 PS 103 kW/140 PS 120 kW/163 PS
Drehmoment 240 Nm 320 Nm 340 Nm
Getriebe 6-Gang-Automatik 6-Gang-Schalter 6-Gang-Schalter
Normverbrauch 7,7 l S 5,9 l D 5,9 l D
Tankvolumen 60 l 60 l 60 l
Beschleunigung 0-100 km/h 9,7 s 10,7 s 9,9 s
vmax 200 km/h 188 km/h 198 km/h
Preis Trend 29.250,- EUR 28.500,- EUR 29.500,- EUR
Preis Tinanium 31.250,- EUR 30.500,- EUR 31.500,- EUR
Aufpreis Automatikgetriebe Serie 1.750,- EUR 1.750,- EUR
Leiser, schicker, smarter

Den ersten Fahr-Test absolvierte der neue Ford Kuga 2013 in der Fast-Topversion: Duratorq TDCI mit 163 PS in Titanium-Ausstattung, mit dem kompletten Paket an Assistenzsystemen. Nur das Direktschaltgetriebe gab sich noch nicht die Ehre, was allerdings kein wirklicher Nachteil ist. Denn, das machten bereits die ersten Meter im dichten Stadtverkehr klar: im neuen Ford Kuga legt man gerne selbst Hand an. Sauber definierte Schaltpunkte und ein fein durchklickendes Sechsgang-Getriebe, das fühlt sich wertig und solide an.

Das passt vom Gefühl her auch zum alten Bekannten unter der Haube. Der Zweiliter-Diesel ist kein rüder Reißer, eher ein Marathonläufer. Sein Arbeitsprinzip vermeldet er beim ersten Test zwar auch im neuen Ford Kuga durchaus hörbar, aber gedämpfter als früher. Die Geräuschdämmung war bei der Entwicklung weit vorne im Lastenheft und wurde entsprechend akribisch betrieben – bis hin zu kleinen Spoilerlippen am Außenspiegel und ausgeschäumten Hohlräumen in der Karosserie. Im Ergebnis ist zwar alles hörbar – Abroll-, Wind- und Motorgeräusche – doch mit dicker Wattierung. Der neue Ford Kuga 2013 ist innen ein leises Auto.
 
Obwohl der 163 PS-Diesel alles andere als Sportmotor ist, geht es überraschend zügig voran, sofern man das möchte. Das liegt nicht nur am gepflegten Schub in breitem Band, sondern vor allem am Handling des neuen Ford Kuga 2013. Die Lenkung mit Elektro–Unterstützung (spart gegenüber Hydraulik-Servo Sprit) wurde langwierig so hingetüftelt, dass sie sich authentisch anfühlt. Direkt, mit definiertem Rückstellmoment, reagiert sie präzise und erlaubt es, den Ford Kuga mit Verve über kurvige Strecken zu dirigieren. Was der Fahrer nicht merkt: durch den Elektromotor sind Zusatz“programme“ in der Lenkung möglich. So gleicht sie Antriebseinflüsse auf das Lenkrad durch ein Gegenmoment aus und reduziert Stoß- und Schwingeinflüsse durch entsprechende Gegenimpulse.

Sportlich ist machbar

Das passt prima zum sauber austarierten Fahrwerk, welches nicht mit preußischer Härte Sportlichkeit simuliert, sondern durchaus schluckfreudig agiert. Ohne aber gleich einen wankenden Dampfer aus dem Kuga zu formen. Die Gratwanderung zwischen straff und komfortabel geht als gelungen durch.
 
Dass man es mit dem Ford Kuga 2013 in Kurven gerne einmal eilig haben darf, liegt auch am neuen Antriebskonzept. Aus 40 Einzelsignalen berechnet der von Ford entwickelte Allradantrieb die Kraftverteilung zwischen den Achsen und setzt die Bremsanlage aktiv als Torque-Vectoring-System ein, um die Antriebskraft auch radweise zu beeinflussen. Das Ergebnis beim ersten Fahr-Test ist durchaus beeindruckend: wo manch anderes Fabrikat längst rüde den ESP-Anker wirft und den übermütigen Fahrer zusammenstaucht, kann man es mit dem neuen Ford Kuga auf Serpentinen richtig brennen lassen.

Der Ford Kuga 2013 zeigt sich als Familienfreund

Das wird im Alltagsleben allerdings eher die Ausnahme bleiben, wo sich der neue Ford Kuga vor allem dank seiner neuen Armada an Assistenzsystemen als Familienfreund in Szene setzen kann. Von der Verkehrsschilderkennung über den Spurhalteassistent bis hin zum Notbremssystem für den Stadtverkehr lässt sich der Ford Kuga elektronisch aufrüsten. Das neue SYNC-Multimediasystem liest auf Wunsch SMS vor oder spielt den gewünschten Song auf Sprachbefehl, und im Falle eines Unfalls wird automatisch eine Notrufmeldung mit Standort-Koordinaten abgesetzt. Wer sich von modernen Assistenzsystemen bevormundet fühlt, muss sie nicht ordern – Optionen wie der Spurhalte-Assistent sind zu einzelnen Paketen zusammengefasst und nicht mit bestimmten Ausstattungen zwangsgekoppelt.
 
Zur Geländetauglichkeit des Ford Kuga 2013 können wir nach dem ersten Fahr-Test, der ausschließlich auf befestigtem Untergrund stattfand, noch keine Aussage treffen. Gut möglich, dass der aktive Allradantrieb mit dem Torque-Vectoring-Bremseingriff auch off road eine ordentliche Figur macht. Sehr hügelig sollte es jedoch nicht sein, denn der vordere Böschungswinkel (21 Grad) und besonders der Rampenwinkel (19 Grad) lassen auf verworfenem Untergrund wenig Spielraum. Immerhin: mit der freigegebenen Wattiefe von 450 Millimeter ist der neue Ford Kuga im SUV-Lager ziemlich weit vorne.
 
Der vorerst einzige, wenn auch leise Kritikpunkt am neuen Ford Kuga ist das Bedienkonzept, welches allerdings zum Teil auch dem Ausstattungsumfang geschuldet ist. Rund um das Lenkrad verteilen sich eine Vielzahl von Schaltereinheiten für die verschiedensten Steuerfunktionen, die eine längere Lernphase erfordern. Auch die leicht verschachtelte und unübliche Bedienung des Navigationssystems könnte einfacher ausfallen.
 
Verkaufsstart für den neuen Ford Kuga 2013 ist im kommenden März. Die Allradpreise starten bei 28.500 Euro für den 140-PDS-Diesel, das Topmodell mit 163-PS-Duratorq-Motor und Direktschaltgetriebe in Titanium-Ausstattung liegt bei 33.250 Euro. 


Fazit:

Die Operation Weltauto scheint – zumindest aus europäischer Sicht – gelungen. Das mag auch daran liegen, dass ein großer Teil des neuen Ford Kuga hier  entwickelt wurde. Der aktive Allradantrieb überzeugt auf der Straße mit hohen Sicherheits-Reserven, die Abstimmung von Fahrwerk und Lenkung ist gelungen. Das optionale Angebot von Assistenzsystemen und die hohe Innenraum-Variabilität bei kompakten Abmessungen machen den neuen Ford Kuga auch zu einem guten Familienfahrzeug

Jeep Grand Cherokee SRT8 2012 erster Test

Foto

Ford

Datum

21. Februar 2013
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