Fiat Panda 1.3 16V Multijet 4X4, Frontansicht 29 Bilder Zoom

Fiat Panda 4X4 im Fahrbericht: Unverwüstlich, kompromissfrei, vollwertig

Wegen des Hochs, hieß es, liege selbst oben in den Alpen noch kein Schnee. Wir fahren mit dem neuen Fiat Panda 1.3 16V Multijet 4X4 bergauf, immer weiter – bis wir ihn finden.

Kurz vor halb neun am Morgen blinzelt die Sonne noch müde über die Dreitausender. Legt sich dann sacht über die weißen Alpengipfel, drängt die Nebelfetzen zurück ins Tal. Oben auf der Passhöhe wärmt sie noch nicht, der Wind fegt bei fünf Grad über uns hinweg. Wir müssten jetzt nicht hier sein, denn schon am Vortag haben wir gefunden, was wir suchten: Schnee von gestern.

Es beginnt bei Turin in einem Pressepavillon und der sehr lauten Präsentation eines Autos, das zu den großen Berghelden zählt: dem Fiat Panda 4x4. Was nach dieser Show folgt, erinnert in seiner Dramaturgie beinahe an einen Agentenaustausch – wir dürfen den Panda mitnehmen. Ein Mitarbeiter nickt uns dezent zu, daraufhin tippt uns ein zweiter auf die Schulter und eskortiert uns nach draußen zu dem nächst Ranghöheren. Mit dem biegen wir um eine Ecke, reden leise, unterschreiben einen Stapel italienischer Vertragspapiere ohne Kenntnis ihres Inhalts, bekommen im Gegenzug die Schlüssel zum Fiat Panda 1.3 16V Multijet 4X4. Jetzt müssten Nebelschwaden herumwabern.

Fiat Panda 4x4 nagelt munter über die Autobahn

Stattdessen entkommen wir dem streng bewachten Gelände bei für Schneesuche viel zu sonnigen 22 Grad in Richtung Alpen. Auf der Autostrada nagelt der Diesel des Fiat Panda 1.3 16V Multijet 4X4 wegen des kurz übersetzten Fünfganggetriebes hochtourig nach Nordwesten, stemmt sich an Mautstellen nach einer Anfahrlethargie ab 1.500/min energisch voran. In Aosta biegen wir auf den Kleinen San Bernardino ab, der sich dicht am Berg in Kehren hinaufschlängelt. Trotz 4,7 Zentimeter mehr Bodenfreiheit und achtbarer Verschränkungsfähigkeit der Achsen lässt der Fiat Panda 4x4 dabei das Schunkeln sein, lenkt leicht und annehmbar präzise.

Höher, immer höher windet sich die Strecke, doch noch zeigt sich kein Flöckchen Schnee. Rechts führt eine Schotterpiste steil bergan. Selbst auf dem tief ausgefurchten Weg kitzeln die steppenartigen Grashalme den Fiat Panda 4x4 nur am Unterboden, kraxelt er traktionsfest mit seinem Allradantrieb, der die Hinterräder bei Bedarf zuschaltet. Dazu lässt sich ELD aktivieren, ein System, das bis Tempo 50 mittels Bremseingriffen eine Differenzialsperre simuliert. Der Fiat Panda 4x4 benötigt es nie. Weil er so schmal ist, kann er sich selbst auf engen Strecken um die größten Hindernisse herumdrücken. Weil er so kurz ist, braucht es schließlich wenig Platz und Mut zur Umkehr, wenn er trotz knapper Überhänge und dem engen, rampentauglichen Radstand nicht mehr weiterkommt.

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Der Fiat Panda 4x4 will hoch hinaus

Auf dem Bernardino, 2.188 Meter hoch, kurz hinter der Grenze zu Frankreich, finden wir ihn dann, den ersten Schnee für den Fiat Panda 4x4. Ein paar Flecken nur, aber dafür, dass es ihn gar nicht geben soll, doch eine ziemliche Menge. Wir kurven runter nach Val d‘Isère. Ein strenger Wind fegt den Berg hinab, lässt leere Sessellifts schaukeln. Später, im Dezember, wenn die Saison beginnt, wird sich der Schnee gnädig über die vom Skitourismus vernarbten Hänge und Berge legen. Jetzt aber ist der Ort leer und dunkel. Nur ein offenes Hotel, in dem außer uns ein japanisches Wintersportteam residiert, das die Nacht hindurch Skier bügelt und morgens durch das Frühstücksbuffet marodiert. Der Geruch von heißem Wachs liegt noch in der Luft, als wir aufbrechen. Wir wollen mehr Schnee und deshalb auf den Col de l‘Iseran, mit 2.764 Meter der höchste Alpenpass (ja, auch wir wissen aus Wikipedia, dass der Col de la Bonette 38 Meter höher ist, wegen einer Zusatzschleife, die Passhöhe aber liegt auf 2.715 Metern). Eigentlich schließt die Strecke am 1. Oktober, wird im Winter teils als Skipiste genutzt.

Trotz Schnappatmung – der Fiat Panda 4x4 erreicht sein Ziel

Doch die Schranken stehen offen. 17 Kilometer führt die Straße bergauf, ohne Leitplanken und oft so steil, dass wir direkt in die morgenroten Wolken fahren. Hier ist Frankreich wild, der Berg so groß, der Fiat Panda 4x4 so klein. Über 2.000 Meter hechelt die Allradkiste in der dünnen Luft kurzatmig auf die nächste Serpentine zu, stemmt sich aber tapfer der Steigung entgegen. Oben dann: Wie stolz das aussieht, der Panda 4x4 auf dem Gipfel. Und: mehr Schnee. Wir fegen über ein paar verschneite Wege, kraxeln einen davon hoch, bis dem Berg die Straße ausgeht.

Der kleine Fiat Panda 4x4 macht alles mit – tapfer, talentiert, gern auch ein bisschen übermutig. Sein Preis mag mit 17.290 Euro durchaus hoch sein, allein 2.000 Euro kostet der Allradantrieb extra. Aber den Preis einer Sache zu kennen, heißt nicht, ihren Wert zu verstehen (ja, Oscar Wilde, aber diesmal nicht aus Wikipedia, sondern abgewandelt direkt aus "Das Bildnis des Dorian Gray"). Der Fiat Panda 4x4 ist nicht nur ein voll alltagstaugliches, bekanntlich nicht einmal von italienischen Bergbauern verwüstliches, kompromissfreies, vollwertiges, sogar ganz komfortables, fröhliches kleines Allradauto. Sondern auch das einzige seiner Klasse.

Wir kneten noch schnell einen Schneemann zusammen. Ein letztes Foto auf dem Berg, dann geht es zurück nach Turin in diesem Auto, dem kein Weg zu steil, kein Berg zu hoch ist. Glück auf, Fiat Panda 4x4.

Sebastian Renz

Foto

Hardy Mutschler

Datum

23. November 2012
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