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VW Tiguan und Ford Kuga im Vergleichstest: Ford möchte mit dem Kuga die Klassenführung erobern

Hier ist die Konkurrenz für den VW Tiguan: Ford hat den Kuga an den Start gebracht. Erster großer Vergleich: Wer wird der neue Primus?

In den wenigen Monaten, seit der VW Tiguan bei den Händlern steht, hat er sich von null auf Platz eins der SUV-Verkaufsliste katapultiert. Lieferzeiten bis zu 14 Monate je nach Motorisierung und Ausstattung sind die Folge. Und das alles ohne echte Konkurrenz aus Deutschland. Die bringt allenfalls halb so viele Modelle ihrer Topseller an den Käufer: der Opel Antara - zu schwerfällig; der BMW X3 - zu teuer. Jetzt wird es jedoch ernst für die Wolfsburger, denn der neue Ford Kuga kann dem Senkrechtstarter Paroli bieten. Und diese beiden werden auch in Zukunft, wenn zusätzlich noch Mercedes GLK und Audi Q5 ins Segment drängen, das Rennen in der SUV-Mittelklasse unter sich ausmachen.

Klar, viel wird über die Optik laufen. Nicht jeder freundet sich mit der dynamischen neuen Kinetic-Designlinie des Kuga an, die viel der ursprünglichen wilden Optik des Iosis-X-Showcars tatsächlich in die Serie gerettet hat. Anderen wiederum ist der Tiguan zu brav gezeichnet, seine Familienbande mit Golf und Golf Plus sind unübersehbar. Beim Kuga haben sich die Designer jedenfalls nicht nur außen richtig ausgetobt. Auch der Innenraum zeigt Unkonventionelles und neue Optik im Dutzend. Manchmal klasse gelöst wie die zahlreichen versteckten Staufächer im Laderaumboden oder vor und unter den Rücksitzen. Einige taugen eher zum Verlieben auf den zweiten Blick, wie die wahlweise in Orange oder Blau eloxierten Alu-Verkleidungen im Innenraum. Und gelegentlich wurde einfach übers Ziel hinausgeschossen - so bei den übertrieben verspielt gestalteten Zeigern der Instrumente: Das Design wurde zum Selbstzweck.
Stattlicher wirkt der Kuga, obwohl er nur wenige Millimeter breiter und länger ist - eine optische Täuschung. Das liegt auch an der höheren Gürtellinie und den stärker herausgestellten Radhäusern, was dem Kuga einen stämmigere Auftritt verleiht. Während beim Tiguan die Wahl zwischen je zwei Diesel- und Benzinmotoren besteht, liefert Ford zum Verkaufsstart nur eine einzige Motorisierung: den Zweiliter-Duratorq-Diesel mit 136 PS in Verbindung mit Sechsgang-Schaltgetriebe. Ein Turbo-Benziner mit 200 PS und ein automatisiertes Schaltgetriebe folgen erst zum Jahresende - vielleicht lassen sich so auch die Lieferengpässe vermeiden, die beim Tiguan unter anderem aus den diversen erhältlichen Versionen resultieren.

Der Ford -Diesel ist jedenfalls eine gute Wahl, wie wir bei der ersten Vergleichsfahrt feststellen konnten. Der Kuga hängt harmonischer am Gas und liefert seine Leistung gleichmäßig über den gesamten Drehzahlbereich. Der neue VW-Commonrail-Motor setzt dagegen spitzer und abrupter ein. Das fühlt sich subjektiv flotter an, ist es aber nicht. Bei der Beschleunigung kann sich der Tiguan nicht vom Kuga absetzen. VW verspricht eine um sechs km/h höhere Endgeschwindigkeit, Ford dagegen einen Durchschnittsverbrauch, der um immerhin 0,5 Liter unter dem des Wolfsburger Erzrivalen liegen soll. Wichtig im Alltag: Im Kuga ist es deutlich leiser, selbst bei hohem Tempo sind entspannte Unterhaltungen ohne Geschrei locker möglich. Beim Tiguan ist nicht nur der Motor deutlicher hörbar, die restlichen Fahrgeräusche dringen ebenfalls stärker durch.

 In Sachen Fahrwerk muss sich der Kölner nicht hinter dem betont sportlichen Niedersachsen verstecken. Ob schnelles Kurvenwedeln oder souveränes Gleiten - da hat auch dieser Ford wie schon Focus und C-Max, auf deren Fahrwerktechnik der Kuga basiert - den Bogen raus. Er ist insgesamt einen Tick komfortabler, etwas weicher - ohne deswegen übermäßige Seitenneigung aufzubauen. Der VW wirkt im Vergleich dazu einen Tick straffer, kann außerdem für 160 Euro Aufpreis mit einer noch zackigeren Fahrwerkabstimmung geordert werden. Ford hält mit der Verstellbarkeit der elektrohydraulischen Servolenkung dagegen. Sie lässt sich serienmäßig in den Stufen Standard, Sport und Komfort einrichten. Die Stoffsitze des Tiguan Trend sind sanft und könnten etwas besseren Seitenhalt bieten.Das Raumangebot ist im Wolfsburger um eine Nuance besser als im Kölner. Dazu trägt auch die verschiebbare Rücksitzbank bei, die einfach mehr Spielraum gibt. Außerdem bietet der Tiguan einen etwas größeren Laderaum und geht bei der maximalen Anhängelast um 100 Kilo in Führung.

Vorteil des Kuga besonders in engen Parklücken und Tiefgaragen: die zweiteilig öffnende Heckklappe, bei der bei Bedarf nicht nur die Scheibe, sondern das komplette Oberteil gen Himmel schwenkt. Bei anderen Details (optionales Xenon-Kurvenlicht, Bedienbarkeit des Navi-Systems oder die praktische Einparkhilfe) hat wiederum VW den Kühler vorn. Einigkeit herrscht im Gelände: Das mögen beide nicht wirklich. Ford gibt die Bodenfreiheit des Kuga mit zaghaften 188 Millimetern an, das setzt Limits bei der Auswahl des Fahrwegs. VW meint es zumindest ein kleines bisschen besser mit der Kundschaft. Für 1175 Euro Aufpreis gibt es das Track & Field-Modell, dessen höhere Frontschürze Geländefahrten überhaupt erst ermöglicht. Zudem gibt es für alle drei Ausstattungslinien einen Offroad-Schalter, der unter anderem eine Bergabfahrkontrolle, eine geänderte Motordrehzahlregelung und eine Reifenkontroll¬anzeige aktiviert. Solche Helfer finden sich im Kuga nicht. So fehlt auch die heute bei SUVs allgemein übliche und im Wintereinsatz äußerst nützliche Bergabfahrhilfe. Nur folgerichtig: Ford liefert den Kuga für 2000 Euro weniger als ordinären Fronttriebler aus. Insgesamt bieten die Preislisten der beiden keine entscheidenden Unterschiede: Ausstattungsumfänge und Optionsaufpreise bewegen sich auf ähnlichem Niveau. Da haben die Ford-Marketingexperten die VW-Preise offenbar sehr genau studiert. Fair: Die Ausstattungsvorteile der höherwertigen Titanium-Ausführung des Kuga lassen sich - bis auf Leder - auch einzeln für die hier beschriebene Trend-Version bestellen. Man muss also nicht das komplette Paket kaufen.Gleiches gilt für den VW Tiguan, bei dem man das günstigere Trend & Fun-Modell (als Diesel ab 28 800 Euro und damit lediglich 300 Euro teurer als der Ford) in Einzelschritten dem Sport & Style aus diesem Vergleich annähern kann. Es wird also in jedem Fall ein spannendes Duell um den ersten Platz in der Verkaufsstatistik, das gerade erst begonnen hat.

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