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4wheelfun Reisebericht

Fahrbericht des BMW X6

Der X5 hat einen großen Bruder - den X6

Jetzt ist er da, der viel diskutierte Sport-Ableger des BMW X5 – wir haben den neuen X6 zu einer ersten Ausfahrt gebeten.


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Ein neues Segment soll es sein, das der X6 begründet: das eines „Sports Activity Coupé“, SAC. So gesehen, war der US-Konzern AMC, seinerzeit vor allem mit den Jeep- Modellen bekannt, vielleicht seiner Zeit voraus. Denn 1979, 29 Jahre vor dem BMW X6, hat AMC den Eagle vorgestellt, der ziemlich exakt die Silhouette des heutigen SAC vorwegnahm. Einzigartig ist es dennoch, was die Bayern jetzt auf fette 19-Zoll-Räder stellen. Denn schon die Abmessungen und die angebotenen Motoren flößen Respekt ein – durchaus mit Absicht.

Der X6 bekommt ausschließlich aufgeladene Maschinen unter die quadratmetergroße Haube. Beide Benziner (Sechszylinder-Reihenmotor mit drei Liter Hubraum und 306 PS, Achtzylinder-V-Motor mit 4,4 Litern und 407 PS) sowie der von uns gefahrene xDrive35d haben Doppelturbolader. Der xDrive30d hat einen Einzellader mit variabler Turbinengeometrie. Mit Superlativen glänzt der X6 nicht nur in Sachen Leistung, Größe und Gewicht. Auch die Antriebstechnik erreicht mit dem neuen DPC-Differential eine neue Dimension. Das gemeinsam mit ZF entwickelte aktive Differential kehrt das ESPPrinzip um: Statt über das Abbremsen eines Rades das ausbrechende Auto abzufangen, wird hier gezielt Kraft auf das entgegengesetzte Rad geleitet. Das Ganze spielt sich natürlich nicht nur kurz vor einem drohenden Abflug ab.

Denn der eigentliche Clou am DPC: Wie schon der aktive xDrive-Allradantrieb von BMW geht auch das DPC in Vorleistung. Beispielsweise wenn die zahlreichen Sensoren im Auto eine besonders schwungvolle Fahrweise erkennen oder übermäßig ambitionierte Kurvengeschwindigkeiten vermuten. Vereinfacht kann man sich das so vorstellen: Bei einer strammen Rechtskurve schiebt das linke Hinterrad kräftiger als das rechte. Der X6 wird damit zusätzlich in die Kurve gedrängt. Die Technik macht durchaus auf sich aufmerksam: Bei eifrigem Gekurbel über eng geschwungene Landstraßen spürt man direkt, wie das DPC den vorgegebenen Kurs unterstützt – so weit es die strengen Tempolimits in South Carolina eben zulassen, wo wir den X6 zum ersten Mal in seiner Serienversion fahren können. Auf der abgesperrten Prüfstrecke des Michelin-Testgeländes nahe dem BMW-Werk Spartanburg darf er dann endlich von der Leine und zeigen, was er kann. Zu bewältigen: eine enge Handlingstrecke auf einem beregneten Parcours und mehrere Runden mit maximalem Speed um einen kurvigen Rennkurs. Was das DPC leistet, um den fast zwei Meter breiten Zweitonner auf Kurs zu halten, ist wirklich eindrucksvoll.

Das Dickschiff lässt sich um die Ecken feuern, dass man schnell Mitleid mit den Reifen bekommt. Erkenntnis Nummer zwei: Das DPC-Differential ist kein Allheilmittel gegen die Physik, irgendwann geht auch einem X6 der Grip aus. In diesem Fall marschiert er stramm untersteuernd über die Vorderräder geradeaus. Das passiert allerdings erst bei Kurvengeschwindigkeiten, die im öffentlichen Straßenverkehr kaum erreicht werden.


Autor: Torsten Seibt
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