Hier können Sie sich einloggen oder registrieren.
4wheelfun Reisebericht

VW Touareg Hybrid im Test

Ist der Hybrid sparsamer als der Diesel?

Der neue VW Touareg Hybrid muss sich im Test beweisen: Ist er eine Alternative für all jene, die einen großen SUV, jedoch keinen Diesel möchten und trotzdem sparen wollen? Der VW Touareg Hybrid soll Kraft und Sparsamkeit vereinen.


Bilder
‹ zurück Bild 1 von 22 weiter ›
Foto: Frank Herzog

VW bringt den Hybrid, schließlich ist nicht jeder potenzielle SUV-Käufer ein Dieselfan, vor allem auf dem wichtigen US-Markt.

VW bringt den Hybrid, schließlich ist nicht jeder potenzielle SUV-Käufer ein Dieselfan, vor allem auf dem wichtigen US-Markt.

Jetzt ist es also auch bei VW so weit. Sie bauen einen Hybrid-SUV, packen in ein ohnehin schon komplexes Auto also noch einen Elektro-Antrieb mit rein, um dem V6-Benziner - per Kompressor aufgeladen und aus dem Audi-Regal entliehen - vorbildliche Trink-Manieren beizubringen.

Dieselfans stellt sich natürlich sofort die Frage, was das soll, schließlich gibt es doch den sparsamen Touareg V6 TDI.Nun ist aber bei weitem nicht jeder potenzielle SUV-Käufer ein Dieselfan, vor allem auf dem wichtigen US-Markt. Hier wird sparsam vor allem mit Hybrid gleichgesetzt, und darum ist so ein Doppelherz-Antrieb ganz wichtig. VW ist die Entwicklung mit der bekannten Akribie angegangen.

Mehr zum Thema
VW Touareg V6 TDI
VW Touareg V6 TDI Zweite Auflage des Volkswagen-SUV im Test
BMW X6 Active Hybrid Bleischweres SUV mit V8 und E-Motoren
VW Touareg Hybrid Touareg mit kleinem Durst
Weltpremiere VW Touareg II Bilder, Infos und Preise zum neuen Touareg

VW Touareg V6-Benziner vom Audi S4

So fällt der Benzinmotor des VW Touareg Hybrid im Test gegenüber dem herkömmlichen V6 des Touareg FSI mit 3,6 Liter Hubraum mit nur drei Liter Volumen deutlich kleiner aus. Downsizing ist besonders bei den großen Maschinen ein Thema. Üblicherweise befeuert der Motor den Audi S4, da er im VW Touareg Hybrid aber vor allem sparsam laufen soll, wurde er im Detail überarbeitet. Es galt, Leistungsverlust durch den Betrieb von Nebenaggregaten zu minimieren. Daher werden Klimaanlage und Servolenkung nicht per Riemen, sondern elektrisch angetrieben. Die klassische Lichtmaschine entfällt ganz, und weichere Ventilfedern sowie Ketten- und Riemenspanner tragen ihren Teil zur Verbrauchsreduzierung bei.

Bei voller Leistung entwickelt der E-Motor allein 34 kW und 300 Nm

Die größten Änderungen im VW Touareg Hybrid fanden allerdings innerhalb des Automatikgetriebe-Gehäuses statt. Es musste Platz geschaffen werden für den etwa sieben Zentimeter breiten Elektromotor, der auch als Generator dient, und eine zusätzliche Kupplung, die den Verbrennungsmotor vom Antriebsstrang trennen kann. Der damit mögliche Freilauf soll den Verbrauch im Schiebebetrieb senken. Am Getriebe selbst mussten einige Bauteile verstärkt werden, um dem Drehmoment von 580 Nm standzuhalten.

Bei voller Leistung entwickelt der E-Motor des Touareg Hybrid im Test allein 34 kW und 300 Nm. Damit sollen rein elektrisches Fahren bis 50 km/h, elektrisches Rangieren und eine Boostfunktion für den Benziner möglich sein. Außerdem wird der E-Motor beim Bremsen oder bei Bergabfahrt als Generator genutzt, um Bewegungsenergie in elektrische umzuwandeln.

VW Touareg Hybrid treibt alle vier Räder mechanisch an

Anders als der Lexus RX 450h mit elektrisch angetriebener Hinterachse treibt der VW Touareg Hybrid alle vier Räder mechanisch an. Er bleibt also ein vollwertiger Allradler, auch wenn der Akku einmal leergefahren sein sollte - was nach spätestens zwei Kilometern der Fall sein dürfte. Überprüfen ließ sich diese Werksangabe beim Test nicht, denn elektrisches Fahren gelingt mit dem schweren Wagen nur sehr selten. Beim Rangieren gibt sich der Hybrid zwar ganz zivil und summt kaum hörbar aus der Parklücke, aber wer danach in den Verkehr einfädeln und nicht den Unmut anderer Autofahrer auf sich ziehen möchte, gibt unweigerlich so viel Gas, dass der V6 anspringt.

Im E-Modus kriecht der Touareg wie ein Schnecke

Dasselbe Spiel an der Ampel: Man hat den E-Modus-Knopf des VW Touareg Hybrid gedrückt und hört selbst bei weitgehend ebener Strecke Hupzeichen vom Hintermann, weil man gemächlich wie eine Elektro-Schnecke loskriecht, wenn es grün wird. Gibt man nur einen Hauch mehr Gas, springt blitzartig der V6 in die Bresche und schiebt den 2,3-Tonner artgerecht voran. Diese Unart teilt der VW Touareg Hybrid übrigens mit dem BMW X6 Hybrid, dessen E-Modus praktisch auch nicht nutzbar ist. Abgesehen davon gibt der komplexe Antriebsstrang jedoch den Musterknaben. Im Stand ist von ihm dank Start-Stopp-System nichts zu hören, in Bewegung sind die Lebensäußerungen sehr moderat.

Überraschend oft wird der Benzinmotor im VW Touareg Hybrid im Test abgestellt, selbst auf der Autobahn pausiert er erfreulich häufig, das Zusammenspiel der Komponenten geschieht meist, ohne dass die Passagiere davon etwas mitbekommen. Kraft ist in beinahe jeder Situation ausreichend vorhanden, der klassische Dieselbumms fehlt zwar, dafür entfaltet sich die Leistung angenehm linear. Angenehm ist überhaupt ein wichtiges Attribut im Umgang mit dem kommoden Allradler, der seine Passagiere beinahe so fürsorglich transportiert wie eine Luxuslimousine. Er umgibt sie mit viel Raum, lässt ihre Blicke auf ein hochwertig verarbeitetes Interieur fallen und stellt optional eine Phalanx an Assistenzsystemen zur Verfügung.

VW Touareg Hybrid verbraucht mehr als der V6 TDI

Aber kommen wir zu den Kernfragen: Was verbraucht der VW Touareg mit dem Hybridantrieb, und lohnt sich der happige Mehrpreis - ausstattungsbereinigt immerhin 12.635 Euro - gegenüber dem V6 TDI? Im Testmittel konsumierte der Touareg Hybrid 11,8 L/100 km, was für einen 380 PS (580 Nm) starken SUV mit Benzinmotor ein sehr guter Wert ist, aber der Diesel liegt bei nur 10,5 Litern, bei annähernd gleichem Drehmoment (550 Nm). Auch beim Minimalverbrauch mit 8,1 L/100 km zeigt sich der Hybrid von seiner sparsamen Seite, der VW Touareg Diesel kontert mit 7,9 L/100 km. Den hohen Mehranschaffungspreis kann man also nicht wieder einfahren. Der kultivierte Hybrid ist deshalb vor allem für technikaffine Touareg-Freunde mit Diesel-Allergie das richtige Auto. Freilich müssen sie sich seine Sparsamkeit leisten können.


Basisdaten
Marke VW
Modell Touareg Hybrid Luftfederung
Baujahr 2010
Grundpreis 76.075 Euro
Motor V-Motor 6 Zylinder Kompressor (0.8 bar)
Ventile 4 pro Zylinder, dohc
Bohrung mal Hub 84,5 x 89,0 mm
Hubraum 2995 cm³
Verdichtung 10,5:1
Leistung 333 PS (245 kW) bei 5500 U/min
Drehmoment 440 Nm bei 3000 U/min
Literleistung 111 PS (82kW)/Liter Hubraum
Kraftübertragung Allradantrieb
Getriebe 8-Gang automatisch
Achsübersetzung 3,27
 
Fahrwerk
Radaufhängung (vorn/hinten) Einzelradaufhängung / Einzelradaufhängung
Federung
(vorn/hinten)
mit Federbeinen / mit Federbeinen
Stabilisatoren (vorn/hinten) ja / ja
Bremsdurchmesser (vorn/hinten) 360/330 mm
Reifen (vorn) 255/55 R 18 W
Felgengröße (vorn) 8 J x 18
Reifen (hinten) 255/55 R 18 W
Felgengröße (hinten) 8 J x 18
Fazit

Ein kultivierter, praktischer, kräftiger und dazu noch sparsamer SUV, der im Test kaum Angriffspunkte für Kritik bot. Wenn da nicht der happige Preis wäre - die Ingenieursleistung ist zweifellos spitze.

Hybrid-Geländewagen - für Sie eine Alternative?


Alle mit einem * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Kommentare müssen erst von der Redaktion freigeschaltet werden.

Bitte tragen Sie den Text des Bildes (ohne Leerzeichen) in das Feld ein.

Code nicht erkennbar? Neuen Code erzeugen
Zeichen verbleibend
Mercedes G-Klasse

Der Offroad-Klassiker von Mercedes-Benz

Topstories
Kia Sportage 2.0 CRDI 2011 Fahrbericht
Kia Sportage 2.0 CRDI AWD
Kias neue Kante - der Sportage 2011
Stellenanzeige
Limora - Stellenanzeige
4wheelfun on Facebook
Autokreditvergleich
Günstige Kredite zu marktaktuellen Zinsen –
jetzt kostenlos und unverbindlich vergleichen!
Kfz-Versicherungsvergleich
Kfz-Versicherung vergleichen und bis zu 500 Euro sparen.
Meiste Kommentare
Kia Sportage 2.0 CRDI AWD
Kias neue Kante - der Sportage 2011



Jetzt gewinnen! VW Passat CC V6 4Motion